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Marine wird mit Kuscheltieren überhäuft

Kiel Marine wird mit Kuscheltieren überhäuft

Im Nachschublager des 5. Minensuchgeschwaders im Marinestützpunkt Kiel stapeln sich Kartons mit Ausrüstung. Doch nicht alles trägt eine militärische Versorgungsnummer. Etliche Kartons sind gefüllt mit einem absolut unüblichen militärischen Verbrauchsgut. Sie enthalten Hasen, Bären, Kaninchen oder Spieluhren in Sonnenform: Es sind Kuscheltiere für den Einsatz des Tenders „Werra“ im Mittelmeer.

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Soldaten des 5. Minensuchgeschwaders schicken die Kartons mit gespendeten Stofftieren aus Kiel jetzt vom Heimathafen Kiel aus nach Italien, wo sie für kommende Rettungsaktionen an Bord des Tenders „Werra“ gebracht werden.

Quelle: Frank Behling

Kiel. „Die Kuscheltiere werden bei den Flüchtlingskindern sehr gut angenommen“, hatte Korvettenkapitän Stefan Klatt vom Tender „Werra“ berichtet. Die Tender-Besatzung holte bei der ersten Rettung allein 41 Kinder aus einem Flüchtlingsboot. Die Kuscheltiere waren dabei die ersten Dinge, die bei der Übergabe durch die Soldaten für ein Lächeln bei den Flüchtlingskindern sorgten. Nachteil: Der Bedarf war so groß, dass die vor dem Auslaufen aus Kiel von der „Werra“-Besatzung beschafften Bestände an Bord schmolzen wie Butter in der Mittelmeersonne. Ein Hilferuf nach weiteren Stofftieren blieb nicht ohne Wirkung.

 „Die Spendenbereitschaft ist überwältigend, Kinder und Familien kamen sogar zur Wache und gaben dort Kuscheltiere ab. Wir haben jetzt 15 Umzugskartons voll mit Stofftieren. Das reicht für die nächsten Rettungsfahrten“, sagt Korvettenkapitän Moritz Isenberg. Der Stellvertreter des Kommandeurs des 5. Minensuchgeschwaders ist zuständig für den Tender „Werra“. Die Kartons mit den Kuscheltieren werden mit Ersatzteilen nach Italien gebracht.

 Der Tender „Werra“ und die Fregatte „Schleswig-Holstein“ sind seit gestern wieder Teil des Einsatzverbandes Eunavfor Med – einem Verband, der gerade aufgebaut wird und von 14 Nationen mit Einsatzkräften unterstützt wird. Der Verband wird von einem Admiral aus Italien befehligt.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Eine Schwierigkeit bei Rettungseinsätzen: die Betreuung von Flüchtlingskindern. Auf der Fregatte „Hessen“ (Foto) behelfen sich die Mannschaftsmitglieder mit Papier und Malstiften. Auf der „Werra“ kamen Kuscheltiere gut an, doch die werden langsam knapp.

Der Tender „Werra“ ist wieder auf See. Nach der dramatischen Rettung von 627 Flüchtlingen vor der libyschen Küste hatte die Besatzung die Menschen in der Nacht zu Donnerstag im italienischen Hafen Regioa Calabria an die zuständigen Behörden übergeben. Die Geretteten kamen zur Erfassung in Auffanglager. Stefan Klatt, Kommandant der „Werra“, hatte bereits am Donnerstagmorgen dem Einsatzführungskommando sein Schiff wieder seeklar gemeldet. Kurz nach 10 Uhr startete die „Werra“ zur nächsten Mission.

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