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Maskenmann: Drei Jahre Jugendstrafe

Kiel Maskenmann: Drei Jahre Jugendstrafe

Wegen bewaffneten Tankstellenraubes, schweren Einbruchdiebstahls und gefährlicher Körperverletzung hat das Jugendschöffengericht einen 20-jährigen Kieler zu drei Jahren Jugendstrafe verurteilt. In seinem zweitägigen Prozess hatte der Heranwachsende die Tatvorwürfe freimütig gestanden.

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Der Angeklagte war im Verhandlungsprozess geständig.

Quelle: dpa

Kiel. Danach hatte der Angeklagte in der Nacht zum 20. November 2014 maskiert und mit Pistole gemeinsam mit einem älteren Komplizen eine Tankstelle am Ostring überfallen und 870 Euro Bargeld und Spirituosen erbeutet. Zwei Monate zuvor waren er und zwei Mittäter in das Einfamilienhaus eines Kieler Paares am Stadtrand eingestiegen. Laut Polizeistatistik einer von 416 vollendeten Kieler Wohnraum-Einbrüchen im Jahr 2014.

Die Bewohnerin hielt sich in jener Nacht allein dort auf und war als Berufssoldatin gewiss nicht zimperlich. Doch auch ohne direkte Konfrontation mit den Einbrechern hatte sie das Erlebnis nachhaltig geschockt, sie begab sich in psychologische Behandlung. Ihrem Wunsch nach Verzicht auf ihre Aussage folgte das Gericht und vernahm stattdessen ihren Lebensgefährten. Der Zeuge, ebenfalls Soldat, verglich ihre Symptome mit eigenen traumatischen Erfahrungen bei Kampfeinsätzen im Ausland.

In einem weiteren Fall hatte der vorbestrafte Drogenabhängige in einer Kieler Diskothek an der Bergstraße einen anderen Gast im Toilettenbereich zusammengeschlagen, nachdem er sich von ihm provoziert fühlte. In die Gesamtstrafe einbezogen wurde ein älteres Urteil wegen eines Handyraubes, in dem das Gericht die Entscheidung über eine Verbüßung der angedrohten Jugendstrafe noch zurückgestellt hatte.

Die erhoffte Besserung des Täters durch Erfüllung diverser Weisungen trat damals jedoch nicht ein: Der Heranwachsende ging seinem Bewährungshelfer aus dem Weg, schwänzte das ihm auferlegte Antiaggressionstraining, steigerte noch seinen Alkohol- und Drogenkonsum.

Nach drei weiteren erheblichen Straftaten war der Langmut der Justiz am Ende. Vergebens plädierte die Verteidigung auf eine weitere Chance zur Bewährung. Der Staatsanwalt hatte dreieinhalb Jahre gefordert.

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