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Ein farbenfrohes Vereinsleben

Mettenhof-Serie Ein farbenfrohes Vereinsleben

Vielfältig und bunt – so präsentiert sich das Vereinsleben in Mettenhof. Ausgelassen geht es beispielsweise im Bürgerhaus Mettenhof zu, wo Kinder und Jugendliche der Kurdischen Kulturschule traditionelle Tänze und Musik einstudieren.

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Farbenfroh und fröhlich geht es im Bürgerhaus Mettenhof zu, wenn die Kinder in der Kurdischen Kulturschule ihre Tänze einstudieren.

Quelle: Jennifer Ruske

Mettenhof. Mit Tanz und Gesang halten auch die Mitglieder des deutsch-albanischen Kulturvereins Mergimtari die Fahne ihrer nationalen Identität hoch – und bereichern damit das kulturelle Leben im Stadtteil.

 Sonntags wird es orientalisch im Bürgerhaus. Mit Handtrommel (Def), Trommel (Davul) und Flöte (Zurna) bringen die Musiker traditionelle kurdische Folklore zum Klingen. Die jungen Tänzerinnen der Kurdischen Kulturschule bewegen sich im Takt dazu. „Wir bieten Musik und Tanz für alle an, um damit unsere Traditionen zu bewahren“, sagt Oktay Dag (28), der Vorsitzende des im Januar gegründeten Vereins, der inzwischen 50 Mitglieder hat. Diesem vorausgegangen war die Gruppe Koma Nûdem, die seit 2011 mit Flöte und Trommel privat und bei Auftritten Musik gemacht hat. „In Mettenhof waren wir unter anderem beim Feuerzauber dabei“, sagt Vorstandsmitglied Hatun Öklü (24).

 „Einen Verein zu gründen, ist schon typisch deutsch, oder?“, lachen Özge El (22) und Sahin Öcel (23), die – wie alle im Vorstand – jung und gut ausgebildet sind. Viele von ihnen sind in Kiel geboren und fühlen sich gut integriert. „Doch uns fehlte unsere eigene kulturelle Identität, das Wissen, wo unsere Familien herkommen und was unsere Traditionen sind“, weiß Politik-Studentin Hatun Öklü. „Viele sprechen nicht einmal mehr die kurdische Sprache.“ Darüber hinaus will der Kulturverein mit seinem Angebot Kindern und Jugendlichen aller Nationen ein besonderes Freizeitangebot schaffen.

 Um die Kultur und Identität geht es auch im deutsch-albanischen Kulturverein Mergimtari, der im Jugendtreff Kiste übt: Seit November 2008 besteht der Verein. Seitdem trainiert Gesang- und Tanzlehrer Afrim Hasani aus Schönkirchen die mehr als 35 Kinder und Jugendlichen im Alter von 3,5 bis 20 Jahren. „Auch wir wollen ein Freizeitangebot für Kinder schaffen und sie gleichzeitig mit der Kultur ihrer Heimat vertraut machen“, sagt Sozialpädagoge Hasani. „Die Familien kommen aus ganz Kiel, der Umgebung und sogar aus Bad Bramstedt, um bei uns mitzutanzen und zu singen, um andere Menschen aus Albanien und dem Kosovo zu treffen, Kaffee zu trinken, zu kochen und miteinander in der Muttersprache zu reden“, weiß Ejup „Jupi“ Krasniqi, Vorsitzender des 100 Mitglieder starken Vereins.

 Den Kindern und Jugendlichen macht das volkstümliche Tanzen und Singen in der Gruppe Spaß. „Besonders aber die Auftritte“, sagen Besa (18), Gian (6), Gresa (18), Gentrian (11) und Kaltrina (15). In Wismar, Berlin und Kopenhagen ist die Gruppe in ihren rot-weißen Trachten bereits gewesen. „Besonders der Ausflug nach Berlin mit Besuchen des Reichstags und der Berliner Mauer war uns wichtig. Wir leben in Deutschland, da sollen unsere Kinder auch die Hauptstadt kennen“, sagt Krasniqi, dem die deutsche Kultur genauso wichtig ist, wie die der eigenen Heimat. „Nur beides zusammen ergibt ein Ganzes – und das ist wichtig, um sich erfolgreich zu integrieren.“

Interessierte sind jederzeit willkommen

Die Mitglieder der Kurdischen Kulturschule üben immer sonntags im Bürgerhaus Mettenhof, Vaasastraße 43a. Kinder von sieben bis zwölf Jahren tanzen von 15.30 bis 17 Uhr, Jugendliche von 13 bis 18 Jahre und Erwachsene ab 18 Jahren trainieren von 17 bis 19 Uhr in zwei Gruppen. Sprach- und Musikkurse gibt es auch in Gaarden. Kostüme und Instrumente werden gestellt. Weitere Infos auf Facebook. Zu sehen ist die Gruppe auf dem Stadtteilfest am 19. September in Mettenhof.

Der deutsch-albanische Kulturverein Mergimtari trifft sich sonnabends (17 bis 20 Uhr) und sonntags (18 bis 20 Uhr) im Jugendtreff Kiste, Hofholzallee 280.

Infos auf Facebook und beim Vorsitzenden Ejup Krasniqi; E-Mail: jupi_69@hotmail.com.

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Polnische Kultur
Foto: Ewa Hellmann sortiert polnisch sprachige Bücher in die Regelreihen ein. Auch die Werke polnischer Autoren in deutscher Sprache gibt es in der Bibliothek.

Mettenhof ist ein Stadtteil, in dem viele Kulturen zu Hause sind. Und für die finden sich selbstredend auch eigene Angebote. Eins davon ist die polnische Bibliothek. Die wird in der Palette 6, dem Nachbarschaftszentrum der KWG, von „Polonus e.V. – Gesellschaft zur Förderung der polnischen Kultur in Kiel“ organisiert. Der feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen.

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