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Mettenhof ist voller Kunst

Kiel Mettenhof ist voller Kunst

Kultur ist vielleicht nicht das erste, das einem beim Stichwort Mettenhof einfällt. „Und doch gibt es sie hier in vielfältiger Art und Weise“, weiß Cai-Uwe Lindner.

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„Bücherstapel“ heißt das 2011 geschaffene Kunstwerk der Holzbildhauerinnen Franziska Dose und Andrea Mertes, das im Eingangsbereich der Stadtteilbücherei zu finden ist. Der Bücherturm aus Eichenholz ist 2,50 Meter hoch und wiegt gute 200 Kilo. Das oberste Buch ist drehbar.

Quelle: Frank Peter

Mettenhof. Mal klein und versteckt, mal so groß, dass sie über die Stadtteilgrenzen hinaus strahlt, schwärmt der 54-Jährige, der sich den schönen Künsten im Stadtteil verschrieben hat. Lindner organisiert mit einer Arbeitsgemeinschaft nicht nur die Mettenhofer Kulturtage (siehe Artikel rechts), sondern macht mit Stadtteil-Rundgängen auch auf Kunst im öffentlichen Raum aufmerksam.

„Die Kunstwerke im öffentlichen Raum werden oft gar nicht mehr bewusst wahrgenommen“, sagt Lindner, „haben aber meist eine interessante Geschichte. Und laden die Betrachter zu spannenden Interpretationen ein“, erzählt der Beamte, der in seiner Freizeit – auf Anfrage – Interessierten die Kunst im Stadtteil näher bringt. Gutes Schuhwerk ist dabei nützlich, denn rund eineinhalb Stunden sind die Teilnehmer in der Regel unterwegs.

 Los geht der Rundgang am Bergenring. Vor dem Gebäude der Kieler Wohnungsbaugesellschaft KWG steht der „Thron“, geschaffen 1991 von Iwona Stegner-Machowski. „Das scheint ein Märchenthron zu sein“, schmunzelt Lindner. Der Sandstein-Stuhl mit der stilisierten Krone, auf den gern Kinder klettern und Platz nehmen, ist vom Grün der Sträucher dornröschenmäßig umwachsen. Die Prinzessin, die es märchenhaft wach zu küssen gilt, steht einige Meter weiter auf dem Rasen. „Frau“ (1989) hat Stegner-Machowski ihre „Skulptur mit allen Ecken und Kanten“ genannt, die selbstbewusst und aufrecht dem Leben trotzt. „Diese Figur passt gut in unseren Stadtteil“, findet Lindner.

 Gut gefällt dem 54-Jährigen auch, dass die Künstler nicht vorgeben, was die Figuren zu bedeuten haben: „An den meisten Kunstwerken sind keine Schilder mit dem Namen des Künstlers, des Werkes und weiteren Informationen angebracht“, erklärt Lindner. So rätseln die Gruppen auch regelmäßig über die Bedeutung des nächsten Objektes (Dörte Siemers-Wulff, „Innere und äußere Form“, 1976, Kalkgestein), einem eckigen Würfel mit rundlicher Form darüber, das sich auf dem Kurt-Schumacher-Platz gegenüber der Post befindet. „Nuss, Eis, Gehirn und andere Interpretationen habe ich beim Rundgang schon gehört“, schmunzelt Lindner. Auch das „Große Paar“ (1976), das sich am Fuße des Weißen Riesen („das Hochhaus ist ein Stück Kulturgeschichte und damit auch eine Art Kunstwerk“) phallusartig gen Himmel erhebt, lässt Raum für eigene Gedanken. „Geschaffen wurden beide Skulpturen während eines öffentlichen Bildhauersymposiums 1976 in Kiel“, erzählt Lindner, der sich ein ähnliches Symposium auch gut rund am Heidenberger Teich vorstellen könnte.

 Rund um den Teich stoßen die Teilnehmer des Rundgangs ebenfalls auf Kunst im öffentlichen Raum. Aus Stahl und Lack präsentieren sich die „Vier Gesichter für das BZM“. Die übergroßen, bunten Figuren – eine Tänzerin, ein Plauderer, der im Gras liegt, und andere – sind 2005 im Rahmen eines Schulprojektes entstanden. Das Schulgebäude selbst ist ebenfalls einen Besuch wert: Die Pausenhalle des BZM schmückt das großformatige Deckengemälde „Klettergerüst“ (1976/77) des Malers Peter Nagel . An den Wänden hängen Werke des Künstlers Harald Duwe. „Der Innenhof der Mensa wurde 2008 mit ‚Lichtkästen‘ von Klaus Walter (2008) verschönert“, erzählt Lindner weiter. „Die pop-artige Bemalung auf grauem Hintergrund wirkt besonders in der Dunkelheit“, erklärt der Mettenhofer und führt die Gruppe weiter gen Stadtteilbücherei. Dort erhebt sich der 2,50 Meter hohe Bücherturm der Holzbildhauerinnen Franziska Dose und Andrea Mertes vor dem Eingang in den Himmel. „Es gibt im Mettenhof jedoch noch viel mehr zu sehen“, sagt Lindner. Das Ehrenmal am Königsförder Weg (Alt-Mettenhof), die Achim Bendix-Skulptur am Thorwaldsenpfad, das Kunstwerk vor der Sparkassenakademie am Faluner Weg und einiges mehr findet sich auf seiner umfangreichen Liste. „Doch dafür braucht es gutes Wetter und Ausdauer.“ Oder ein Fahrrad. Lindner bietet die kulturellen Rundgänge auch mit dem Velo an.

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