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Moorteichwiese verwandelt sich

Bauabschnitt fast beendet Moorteichwiese verwandelt sich

Noch bis vor Kurzem haben hier täglich Autos dicht an dicht geparkt. Inzwischen ist die Umwandlung der Max-Planck-Straße in einen reinen Parkweg fast abgeschlossen. Damit steht der erste Bauabschnitt der Neugestaltung des Moorteichwiesen-Parks in Kiel kurz vor der Vollendung. Im Herbst sollen die Planungen für das weitere Vorgehen starten.

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Er hat den Plan: Als verantwortlicher Schachtmeister leitet Christian Reitzenstein die Umbaumaßnahmen an der Max-Planck-Straße.

Quelle: cjue

Kiel. „Wir sind in den letzten Zügen“, berichtet der verantwortliche Schachtmeister Christian Reitzenstein von der Gartenbaufirma Rumpf, während er den Besen über das Pflaster der Max-Planck-Straße schwingt. Einige Restarbeiten stehen noch an, letzte Steine werden verlegt, neue Laternen sollen noch kommen. „Wir haben auch ein Stück vom Hofpflaster der alten Brauerei freigelegt“, erzählt Reitzenstein. Nun werde beraten, inwiefern dieses historische Überbleibsel in die Gestaltung des Wegrands einbezogen werden könne. Es gelte, Akzente zu setzen, so der Gartenbauer: „Wer Sinn für so etwas hat, weiß es zu schätzen.“ Am Ende, wenn die Baufahrzeuge abgezogen sind, bekommt die Max-Planck-Straße zum Königsweg hin Poller, sodass der Weg als Verbindung zwischen Hummelwiese und Südfriedhof ganz den Fußgängern und Radfahrern zur Verfügung steht.

 Weitgehend abgeschlossen ist bereits die Neugestaltung des oberen Hangbereichs. Hier ist auf dem Areal eines ehemaligen Parkplatzes an der Max-Planck-Straße eine umfassende Geländeaufschüttung vorgenommen worden, sodass zwischen dem unteren Bereich des Parks und der Max-Planck-Schule am Winterbeker Weg ein durchgehender, begrünter Hang entstanden ist. Auch der im Dezember 2010 mit einem lauten Krachen eingestürzte Teil der Kellergewölbe der alten Kieler Actien-Brauerei ist in die Landschaftsgestaltung mit einbezogen worden. Umfasst von den dicken, alten Backsteinmauern ist hier eine Aussichtsplattform geschaffen worden, von der die Parkbesucher künftig ihren Blick weit über die Moorteichwiese schweifen lassen können.

 Die historische Grünanlage, geprägt vom Zusammenspiel des Moorteichs und des Winterbeker Bachlaufs, ist ein anerkanntes Kulturdenkmal. Um das Jahr 1900 ist sie in einer natürlichen Senke mit steilen Hängen im Norden und Westen entstanden. Ab 1907 prägte Stadtgartendirektor Ferdinand Hurtzig (1872-1939) die Anlage. Er verwirklichte hier die aufkommende Idee des Volksparks, in dem die Bürger Erholung finden sollten. Hurtzig fügte beispielsweise einen Sportplatz in die Wiesenlandschaft ein.

 Die topografischen Eigenschaften des Parks, die auch bei der Neugestaltung beachtet werden müssen, werden durch den Namen „Moorteichwiese“ treffend beschreiben. Eine komplette Entwässerung des Geländes ist nicht möglich. Bei einem Versuch vor etwa 100 Jahren ist der Boden abgesackt, was wiederum weitere Wasseransammlungen zur Folge hatte. Der in weiten Teilen naturbelassene Charme ist heute gerade das, was die Moorteichwiese ausmacht. Mit einem auf diese Gegebenheiten abgestimmten Pflege- und Entwicklungskonzept, an dessen Entwicklung auch Bürger beteiligt waren, will das Grünflächenamt den Park sukzessive und behutsam attraktiver und erlebbarer machen.

 Im Herbst sollen die Planungen für die Arbeiten im unteren Bereich der Moorteichwiese beginnen. Unter anderem will das Tiefbauamt den Eingangsbereich am Königsweg neu gestalten. Angedacht sind ein großzügiger Eingangsplatz sowie neue Spielmöglichkeiten für Kinder. Auch den Sportanlagen will man sich widmen. Das Vorfeld der Vereinsgebäude, die Umkleidekabinen und die Wege sollen aufgewertet werden. Mit der neuen Ausstattung des Parks soll dann ebenfalls das Müllproblem angegangen werden. So könnten „Big Bellys“ aufgestellt werden, die wesentlich mehr Müll schlucken als die herkömmlichen Abfalleimer. „Umfang und Zeitplan der genauen Umsetzung sind jedoch von der Haushaltlage abhängig“, heißt es vonseiten der Stadt. Angepeilt für die nächsten Bauabschnitte sind die Jahre 2016/17.

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Brauerei-Gelände in Kiel
Foto: Die Architekten Andreas Schützmann, Mareile Ehlers und Dezernent Peter Todeskino (v. li.) schauen sich die Umgestaltung im oberen Teil der Moorteichwiese an. Hinter ihnen befindet sich die Gewölbeaußenmauer der ehemaligen Kieler Aktienbrauerei.

Ein traumhafter Blick, neue Weg und weniger Gefälle: Nach zwei Jahren Bauzeit wurde der erste neu gestaltete Abschnitt der Moorteichwiese fertiggestellt. Insgesamt wurden 250000 Kubikmeter Sand im Park aufgeschüttet und 500 Meter neue Wege asphaltiert. Die Planungs- und Baukosten betrugen 300000 Euro.

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