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Kiel: Neues Rathaus neben dem Rathaus?

KN-Gelände Kiel: Neues Rathaus neben dem Rathaus?

Neuer Impuls für die Entwicklung der Kieler Innenstadt: Auf dem Gelände der ehemaligen KN-Druckerei im Herzen der Landeshauptstadt wollen die Kieler Nachrichten für 30 bis 40 Millionen Euro einen Wohn- und Bürokomplex bauen. Hauptmieter soll die Stadtverwaltung sein.

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Der Neubau auf dem Gelände zwischen Treppenstraße und Hoher Straße (Markierung auf dem Foto) soll in zehn Tagen im Bauausschuss diskutiert werden.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Attraktiven Wohnraum und Büros im Herzen Kiels verspricht ein Neubau auf dem KN-Gelände. Möglicher Hauptmieter: die Stadt Kiel, die in dem Neubau mehrere Abteilungen zusammenführen will, die jetzt noch über verschiedene Standorte im Stadtgebiet verstreut sind. Der neue Verwaltungssitz in unmittelbarer Nähe zum gut 100 Jahre alten Rathaus könnte 2019 fertig sein.

Sollte der Mietpreis stimmen, biete das Projekt den großen Vorteil, „zwischen dem Alten und dem Neuen Rathaus an zentraler Stelle“ dringend benötigte Räume anmieten zu können, erklärt Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD). Hintergrund: Wegen wachsender Aufgaben – unter anderem durch die Flüchtlingslage – stellt die Stadt zusätzliches Personal ein. „Wir platzen aus allen Nähten“, sagt Kämpfer, der sich von dem geplanten Bau zugleich eine Aufwertung der Innenstadt verspricht.

Der Neubau auf dem Gelände zwischen Treppenstraße und Hoher Straße (Markierung auf dem Foto) soll in zehn Tagen im Bauausschuss diskutiert werden. Die Stadt wolle etwa 5400 Quadratmeter Fläche anmieten, erklärt Bürgermeister Peter Todeskino. Zu den Abteilungen, die die Verwaltung dort zusammenziehen will, gehören das Ordnungsamt in der Fabrikstraße und das Amt für Soziale Dienste im Howe-Haus an der Holstenstraße. Auch das Stadtarchiv, das ganz oben im Alten Rathaus mit Platzproblemen kämpft, könnte künftig auf dem KN-Gelände untergebracht werden, zum Beispiel in der alten Rotationshalle.

„Wir möchten mit diesem Neubau unseren Teil zur rasanten baulichen Entwicklung der Innenstadt beitragen“, sagt KN-Geschäftsführer Sven Fricke. Wichtig sei dem Verlag vor allem die Gestaltungsqualität des Neubaus, um die Innenstadt weiter aufzuwerten. Wie der Komplex auf 4000 Quadratmetern Grundstücksfläche genau aussehen wird, soll in einem Architektenwettbewerb entschieden werden. Fest steht schon jetzt: Über den Büroräumen soll hochwertiger Wohnraum entstehen, unter dem Neubau ist eine Tiefgarage geplant.

Große Pläne gab es für das Gelände schon einmal: Die KN hatten 2005 einen Großteil des Areals einer Münchner Projektentwicklungsgesellschaft zur Verfügung gestellt, die dort ein Einkaufszentrum („Rathausgalerie“) mit einer Verkaufsfläche von 23 000 Quadratmetern plus Wohnungen ansiedeln wollte. Doch das Projekt platzte 2012 nach sieben Jahren Planung.

Wann es mit dem Neubau, bei dem die KN jetzt selbst Bauherr sind, losgehen kann, ist noch offen. Wenn im Mai die Ratsversammlung zustimmt, könnte der Bau 2017 beginnen und, wenn alles nach Plan läuft, 2019 fertig sein. Das Projekt wäre dann Teil des neuen Gesichts der Innenstadt. Denn 2019 sollen – zwei Jahre nach dem Schlossquartier – auch das neue Geschäftshaus im früheren Woolworth-Gebäude an der Andreas-Gayk-Straße/Holstenstraße sowie der Kleine-Kiel-Kanal und das geplante Wohnquartier am Bootshafen zwischen Spielbank und dem früheren C&A-Gebäude fertig sein.

Von Martina Drexler

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Rathaus-Erweiterung
Foto: Zwischen Hohe Straße und Treppenstraße soll ein Wohn- und Bürokomplex entstehen. Die Stadt überlegt, dort Räume zu mieten.

Das geplante Großprojekt auf dem Gelände der ehemaligen KN-Druckerei stößt bei der Politik auf weitgehende Zustimmung. Die Baupolitiker André Wilkens (SPD), Arne Langniß (Grüne) und Marcel Schmidt (SSW) beschreiben die Pläne der Kieler Nachrichten als weiteren wichtigen Schritt, die Innenstadt aufzuwerten.

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