10 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Flüchtlinge ziehen auf den Gildeplatz

Neumühlen-Dietrichsdorf Flüchtlinge ziehen auf den Gildeplatz

Die 70 bis 80 männlichen Flüchtlinge, die zurzeit in der ehemaligen Adolf-Reichwein-Schule in Neumühlen-Dietrichsdorf leben, sollen umziehen. Die Landeshauptstadt will auf dem früheren Gildeplatz ein Containerdorf errichten. Dort sollen auch Flüchtlingsfamilien untergebracht werden.

Voriger Artikel
In Teilzeit noch einmal die Schulbank drücken
Nächster Artikel
Immer der Wahrheit auf der Spur

Alter Gildeplatz in Neumühlen-Dietrichdorf: Die Stadt will auf dem Platz zwischen der Bebauung am Alfons-Huysmans-Ring (links), der Kleingartenanlage und dem Jahnsportplatz (rechts) ein Containerdorf für Flüchtlinge errichten.

Quelle: Volker Rebehn

Neumühlen-Dietrichsdorf. Das teilten Stadtvertreter in der Sitzung des Ortsbeirates Neumühlen-Dietrichsdorf/Oppendorf mit. Dieses Vorhaben stieß im Ortsbeirat und bei den zahlreichen Besuchern auf positive Resonanz. Die Tagesordnung der Ortsbeiratssitzung war klein, doch die Themen hatten es in sich. Entsprechend groß war das Interesse, jeder Platz im Vereinsheim der NDTSV Holsatia war belegt. Die Kieler Nachrichten hatten am Donnerstag berichtet, dass das Regionale Berufsbildungszentrum Soziales, Ernährung und Bau (RBZ 1) nach den Sommerferien mit 18 Klassen in die ehemalige Adolf-Reichwein-Schule einziehen soll. Für die Stadt bedeutet das: Sie muss bis dahin für die zurzeit dort untergebrachten 70 bis 80 Flüchtlinge eine neue Unterkunft im Stadtteil bereitstellen. Doch wo? Die Idee, ein Haus für Flüchtlinge, das später als „normales“ Wohnhaus genutzt werden sollte, auf dem Helmut-Hänsler-Platz zu bauen, war in einer früheren Ortsbeiratssitzung auf keine Gegenliebe gestoßen.

Besser kamen die Überlegungen an, die Martin Reinhart, Amtsleiter im Amt Wohnen und Grundsicherung, am Donnerstag präsentierte. Danach soll der frühere, seit ungefähr 20 Jahren nicht mehr genutzte Gildeplatz im rückwärtigen Bereich der Häuser am Alfons-Huysmans-Ring, des Altenzentrums am Poggendörper Weg und des Jahnsportplatzes genutzt werden. Dort sollen zum einen Wohncontainer für die Flüchtlinge aus der Adolf-Reichwein-Schule aufgestellt werden. Zum anderen sollen weitere Container für 20 Flüchtlingsfamilien dazukommen. „Wir beginnen nicht nächste oder übernächste Woche“, sagte Reinhart. Zunächst werde der Untergrund des Platzes nach Altlasten untersucht, und ob dieser als Containerstandort überhaupt geeignet sei.

"Eine sportliche Aufgabe"

Bei einem positiven Ergebnis werde ein Bauantrag gestellt und das Vorhaben ausgeschrieben. Reinhart ging davon aus, dass bis zu den Sommerferien alles fertig sein kann. In den nächsten Tagen werde aber bereits ein großer Baum gefällt und die Sträucher in Richtung Kleingartengelände durchgeforstet. „Was passiert, wenn dieser Platz nicht geeignet ist“, wollte ein Stadtteilbewohner mit Blick auf die vielen moorigen Untergründe im Dietrichsdorfer Oberdorf wissen. „Der Platz scheint belastbar, weiter in Richtung Kleingartengartengelände könnte es schwierig werden“, meinte Reinhart. Ansonsten wurden keine Bedenken gegen den Standort laut. „Das liegt sicher auch an der guten Flüchtlingsarbeit“, sagte der Ortsbeiratsvorsitzende Gernot Starke (SPD). Die Aufgabe sei „eine sportliche Aufgabe“. „Doch dieser Stadtteil kann das“, sagte er weiter. Und Bernd Honig (SSW), beratendes Mitglied im Ortsbeirat, war sogar „stolz, dass beide Seiten gut miteinander auskommen“.

Scheint ein neuer Flüchtlingsstandort im Stadtteil gefunden, sollen auch für den Spielmannszug der NDTSV Holsatia und den Förderverein der Stadtteilbücherei, die in dem einstigen Schulgebäude einen Lagerraum hat, Alternativen gefunden werden. Das erklärte Martin Reinhart. Die NDTSV und der Förderverein müssen ihre Räume wegen des RBZ-Einzuges aufgeben (siehe Artikel unten).

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Events in Kiel

Veranstaltungen in Kiel
Aktuelle Termine, News, Infos.

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3