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Nordlicht besser in Szene setzen

Kiel Nordlicht besser in Szene setzen

Zu unübersichtlich, zu dunkel im Untergeschoss, zu wenig Aufenthaltsqualität: Die Liste der von Mietern wie Bürgern reichlich beklagten Mängel im Geschäftshaus Nordlicht Kiel in der Innenstadt ist lang. Jetzt soll Vieles besser werden - aber erst, wenn ein offensichtlich zäher Streit zwischen Bauherr und Projektentwickler auf der einen sowie ausführenden Baufirmen auf der anderen Seite beigelegt ist.

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Markant an der Ecke obere Holstenstraße und Alter Markt: der Gebäudekomplex Nordlicht.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Nordlicht-Centermanager Norbert Fels spricht in diesem Zusammenhang auf Nachfrage von „harten Differenzen“. Pralle 17 Aktenordner füllten die dort aufgelisteten mehreren hundert Mängel zu Ausstattung, Technik und Wegeführung in dem Ende 2012 fertiggestellten Geschäftshaus. Fast ein Jahr habe der Streit die Pläne zur „Vitalisierung“ des Gebäudes mit nachträglichen Verbesserungen zurückgeworfen. Losgehen könne die Umsetzung aber erst nach Ende des Streits, wenn das Geschäftshaus endgültig vom Bauherrn (Matrix Immobilien) abgenommen sei. „Keine der beiden Parteien hat ein Interesse an einem Rechtsstreit“, sagt Norbert Fels. Ob er sich vermeiden lasse, entscheide sich erst noch.

 Dabei könnte der Centermanager das „Vitalisierungskonzept“ mit einem Investitionsvolumen eines „hohen sechsstelligen Betrages“ schnell umsetzen. Wenn alles klappt, schon im Herbst dieses Jahres . Die dazu vorliegenden Pläne sind umfangreich. Sie beinhalten eine neue Farbgestaltung im Innenbereich, bessere Wegeführung zu den Geschäften vor allem im Untergeschoss sowie eine bessere Ausleuchtung des Gebäudes – auch durch leuchtende Logos auf den Fassaden Richtung Holstenstraße sowie zum Bootshafen. „Das Haus muss schon von weitem erkennbar sein. Und die Aufenthaltsqualität deutlich steigen.“ Eine der Nachbesserungen war im doppelten Wortsinn so dringlich, dass sie laut Fels schon vorgezogen wurde: der Bau einer Kundentoilette im Untergeschoss.

 Kaum minder dringlich dürfte die längst überfällige Vermietung einer seit Baufertigstellung leer stehenden 700 Quadratmeter großen Fläche mit Panorama-Aussicht über den Bootshafen in der ersten Etage über dem Restaurant „Cup&Cino“ sein. Hauptgrund für den langen Leerstand trotz Sahne-Blick auf Wasser und Schiffe: Die Planer hatten offenbar einen ausreichend einladenden Besucherzugang dorthin „vergessen“. Derzeit gelangt man nur durch einen kleinen, fast verborgenen Treppenaufgang im inneren Gebäudeteil dorthin.

 Jetzt deutet sich offenbar trotzdem ein Wandel zum Besseren an. „Wir haben einen Mieter gefunden, der auch mit der vorhandenen kleinen Treppe auskommt“, sagt Norbert Fels. Den Namen des gastronomischen Betriebs will er noch nicht nennen, der Mietvertrag werde aber voraussichtlich noch in dieser Woche unterzeichnet. Das hätte einen weiteren Vorteil: Die eigentlich zu beiden Seiten der Fassadenterrasse zum Bootshafen ins Auge gefassten zwei großen Treppen zum noch leer stehenden Ladenlokal könnten entfallen.

 Das wiederum eröffne dem Centermanager Spielraum in den Verhandlungen mit der Stadt über das Vitalisierungskonzept. Denn große Treppen an der Fassade und eine leuchtendes Nordlicht passten eigentlich nicht ins städtische Innenstadtkonzept. „Wenn die Treppen aber jetzt wegfallen können, rechnen wir im Gegenzug mit einem Entgegenkommen der Stadt bei der Beleuchtung des Gebäudes. Sozusagen ein Geben und Nehmen.“

 Dringenden Handlungsbedarf zur Umsetzung des Vitalisierungskonzeptes sehen auch die Mieter. „Viele Kunden verlaufen sich immer noch und suchen uns“, berichtet die Shopleiterin des Idee-Kreativmarktes Anja Wulf. Alle Geschäfte müssten als Mannschaft auftreten und durch eine entsprechende Ausschilderung besser sichtbar sein. Ihre Kollegin im Nachbargeschäft Ernstings Family, Ute Lepiorz, ergänzt: „Im Untergeschoss fühlt man sich wie in Kellergaragen, null Aufenthaltsqualität. Nicht mal eine Bank oder ein paar Blümchen gibt es hier.“

 Auch Sven Seiche, Geschäftsführer von C&A, wartet nach eigenem Bekenntnis „noch auf den großen Wurf“ bei den angekündigten Verbesserungen. Der Chef von Cup&Cino, Meik Ehlers, findet zwar längst noch nicht alles perfekt im Nordlicht, kann aber über mangelnden Gäste-Zulauf nicht klagen. Mögliche gastronomische Konkurrenz eine Etage höher durch einen neuen Mieter der noch leer stehenden Fläche fürchtet Ehlers nicht: „Das könnte dann ja eine kleine Gastro-Meile werden – charmanter als am Alten Markt.“

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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