18 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Endlich wissen, wo man genau steht

Kiel Endlich wissen, wo man genau steht

Das „Globale Positionsbestimmungssystem“, kurz GPS, ist für Autofahrer und Wanderer bei der Orientierung kaum noch wegzudenken. Ursprünglich wurde das Satellitensystem entwickelt, um in der US-Armee Standorte bestimmen zu können. Heutzutage gehört es zu den Standardfunktionen eines jeden Smartphones.

Voriger Artikel
Heiße Tage kurbeln den Wasserverbrauch an
Nächster Artikel
Kellerbrände: Polizei sucht Zeugen

Wolfgang Rosendahl und Peter Todeskino am neuen GPS Messpunkt an der Rathaustreppe.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Kiel hat nun als erste Stadt in Schleswig-Holstein einen öffentlich zugänglichen GPS-Referenzpunkt eingerichtet.

Zu finden ist er am Rathausplatz, am Anfang des Geländers des mittleren Treppenaufgangs. Dort können Kieler und Gäste die Genauigkeit ihrer GPS-Geräte überprüfen. Dazu wurden die genauen Koordinaten, 54°19,379’ nördlicher Breite/ 10° 08,055’ östlicher Länge, in eine Metallplatte eingraviert.

 Zur Messung schaltet man sein GPS ein, legt das Gerät auf den Punkt in der Mitte der Plakette und gleicht die Koordinaten ab. Mit Hilfe einer Tabelle kann man die Abweichungen in Meter umrechnen. „Zwischen drei und 20 Metern Abweichungen sind bei herkömmlichen Empfängern normal“, sagt Wolfgang Rosendahl vom Amt für Bauordnung, Vermessung und Geoinformationen, das die Koordinaten ermittelt hat. Die Umrechnungstabelle ist in der Informationsbroschüre zum GPS-Referenzpunkt abgebildet. Sie liegt am Infotresen des Rathauses und im zuständigen Amt dort aus. 0,001’ Abweichung in der Breitendifferenz stehen für 1,9 Meter GPS-Abweichung, 0,001’ Abweichung in der Längendifferenz stehen für 1,1 Meter GPS-Abweichung.

 „Der Referenzpunkt ist für die Bevölkerung“, erklärt Rosendahl. „Wer Interesse daran hat, herauszufinden wie genau sein GPS im Handy oder Navigationssystem ist, kann das hier tun.“ Rosendahl hatte in den vergangenen Monaten immer wieder Anfragen von Menschen erhalten, die die Genauigkeit ihres GPS testen wollten. Unter anderem nutzen Autofahrer, Geocacher, und Sportler das System. Aber auch Plattformen wie „Openstreetmap“, die eine internationale freie Weltkarte zur Verfügung stellt, werden mit Daten aus herkömmlichen GPS-Geräten gespeist. Bei den Nutzergruppen ist die Genauigkeit unterschiedlich wichtig. „Ein Sportler sollte schon wissen, wie genau sein GPS ist, bevor er einen neuen Rekord ausruft“, erläutert Rosendahl. Auch bei Geocachern auf elektronischer Schatzjagd können 20 Meter über eine stundenlange Suche oder den schnellen Erfolg entscheiden. Bei Autofahrern ist ein punktgenaues GPS weniger wichtig.

 Auch in Frankfurt, Hannover und Dresden wurden bereits Referenzpunkte eingerichtet. Über den richtigen Standort der Plakette hat sich Rosendahl lange Gedanken gemacht. Er sollte für alle zugänglich, aber nicht im Weg sein. Um einen guten Satellitenempfang zu gewährleisten, muss der Punkt offen zum Himmel liegen. Damit möglichst viele den Service wahrnehmen können, sollte der Referenzpunkt zusätzlich im Stadtzentrum sein. Da die Messungen und das Einsetzen der Platte von den zuständigen Ämtern übernommen wurden, blieben die Kosten unter 1000 Euro. Lediglich eine passende Metallplatte musste extern erworben werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Events in Kiel

Veranstaltungen in Kiel
Aktuelle Termine, News, Infos.

Anzeige
Mehr zum Artikel
Geocachingdays Kiel
Foto: Über 100 Fans der digitalen Schatzsuche haben bei der Trailervorführung im Metro-Kino einen ersten Eindruck zu den Geocachingsdays bekommen.

Die Organisatoren Phillip Lotz und Marc Hansen haben ihr Outfit extra für ihr geplantes Event machen lassen. Nächsten Sommer, vom 11. bis 13. August 2017, wollen sie das erste Geocaching-Event Kiels veranstalten. Mit der Vorstellung eines Trailers machten sie jetzt im Metro-Kino schon mal Werbung dafür.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3