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„Open Campus“ nimmt erste Hürden

Fachkräfte in Kiel „Open Campus“ nimmt erste Hürden

Hochschulen im Land könnten als Talentschmiede Fachkräftemangel verhindern helfen. Doch die Kielregion leidet darunter, dass nach Studien landesweit rund ein Viertel (27 Prozent) aller Absolventen für den ersten Job in ein anderes Bundesland ziehen.

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„Open Campus“ bringt Schwung ins Studentenleben: Davon sind Janet Sönnichsen, Alexander Ohrt, Rebecca Rothfuß und Frederik Steinbock (von links) überzeugt.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Die Fachkräfte nach Studienende zu halten, ist daher das Hauptziel des Bildungsverbundes „Open Campus“ der Kielregion. Janet Sönnichsen, Geschäftsführerin der Kiel Region GmbH, sieht zwei Jahre nach der Gründung erste Fortschritte, Studierende und Unternehmen enger zusammenzuführen.

 Als die Studien der Universität Maastricht sowie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung das Ausmaß der Akademiker-Flucht Ende 2013 bekannt gemacht hatten, warb die Kielregion bereits seit zwei Monaten mit „Open Campus“. Das Konzept klingt einfach: Man will Theorie und Praxis im Studium verzahnen sowie Kontakte zwischen Firmen und Organisationen auf der einen Seite und künftigen Fachkräfte auf der anderen über gemeinsame Projekte, Lehrveranstaltungen und Workshops kennenlernen. Das Besondere für die meist mittelständischen Unternehmen sei es, auf diese Weise einen offenen Zugang zu allen drei Kieler Hochschulen zu finden, so Sönnichsen. Für die Studierenden wiederum gibt es niedrigschwellige und fachübergreifende Angebote, bei denen sie Leistungspunkte sammeln können und für diejenigen, die eine Idee gut vermarktet wissen wollen, auch Unterstützung für Start-ups. „IT für Nicht-IT’ler“ war eine Veranstaltung, die vor allem Geisteswissenschaftler anlockte, die Lehrveranstaltung „Qualitätsmanagement“ führte die Teilnehmer zu fünf Unternehmen aus fünf unterschiedlichen Branchen.

 Etwa 300 Studierende pro Semester melden sich bei „Open Campus“. Frederik Steinbock (32) und Alexander Ohrt (33), Mitbegründer des Projektes, treffen sich mit vielen von ihnen in einem ehemaligen Industriegebäude auf dem Wissenschaftspark. Dort wird Gründergeist spürbar, beim gemeinsamen Kochen mit den derzeit elf Start-up-Teams, beim Austausch an den Arbeitsplätzen und im Raum bei Präsentationen neuer Produkte. Vom Wissenschaftspark aus starten sie auch schon mal zu Rad-Exkursionen zu Unternehmen – alles unter dem Motto, Hürden zwischen zwei, bisher immer noch abgegrenzten Welten zu nehmen. Steinbock und Ohrt haben selbst studiert und wissen aus eigener Erfahrung, wie theorielastig ein Studium sein und wie wenig man als Student die eigenen Fähigkeiten einschätzen kann. „Wir stellen die Infrastruktur, vermitteln aber nicht“, so Steinbock. Ohrt bringt es auf den Punkt: „Wir sehen uns als Entwicklungsbeschleuniger. Die Teams könnten das auch ohne uns, aber nicht so schnell.“ Großes Tempo legte zum Beispiel „Chatshopper“ vor, die erst im April die Idee hatten, jeden Produkt-Wunsch für ihre Kunden online zu besorgen. Die Kundenberatung läuft über SMS und Twitter.

 Laut Sönnichsen steigt bei den Firmen die Nachfrage, denn beide Seiten profitierten. Das bestätigt auch Rebecca Rothfuß, Prokuristin bei macio (60 Mitarbeiter): „Wir entwickeln Interface-Design, um Produkte unserer Kunden für die Welt von morgen bedienerfreundlicher anbieten zu können. Wir freuen uns über den Input von Studierenden und können auch Quereinsteiger gut unterzubringen.“ Die fand sie bei der Veranstaltung„IT für Nicht-IT’ler“.mad

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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