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Spendenparlament verteilt Schecks

Kiel Spendenparlament verteilt Schecks

Das dritte Spendenparlament der Landeshauptstadt Kiel stand ganz im Zeichen der Flüchtlinge: Nachdem Stadtrat Gerwin Stöcken dafür plädierte, in der Stadt die Flüchtlingshilfe voranzutreiben, wurden zahlreiche Projekte von den Parlamentariern genehmigt, in denen es um explizite Hilfen für die Asylsuchenden ging.

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Flüchtlingsunterkunft auf dem ehemaligen MFG-5-Gelände in Holtenau: Gleich drei Projekte werden mit über 5000 Euro gefördert.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Fast ein Viertel der insgesamt rund 21800 Euro wurden außerdem für einen Beratungsraum der Contra Fachstelle gegen Frauenhandel gewährt.

 Gleich drei Projekte für Flüchtlinge kommen vom Christlichen Verein zur Förderung sozialer Initiativen. Gemeinsam mit den Flüchtlingen soll ein Stadtgarten erbaut, in Mettenhof ein Tanzworkshop für junge Migrantinnen auf die Beine gestellt und ein Gemeinschaftsplatz für Migranten und Deutsche an der Asylunterkunft im Schusterkrug in Friedrichsort errichtet werden. Insgesamt 5561 Euro wurden dafür zur Verfügung gestellt.

 Das 2014 gegründete Kieler Spendenparlament ist bereits 100 Mitglieder stark. Jedes Mitglied – egal ob Privatperson oder Vertreter eines Unternehmens – spendet selbst pro Jahr mindestens 60 Euro, kann weitere Spenden einwerben und bekommt dafür eine Stimme, um über die eingereichten Projekte abzustimmen. Zuvor filtert die gewählte Finanzkommission die lokalen Projekte danach aus, ob sie dem Ziel, also ausschließlich gemeinnützigen Zwecken, entsprechen, die nachhaltig angelegt sind. Kultur, Sport oder Personalangelegenheiten zählen nicht dazu. Von den 25 eingereichten Projekten standen bei der dritten Sitzung daher nur zwölf zur Abstimmung, die letztlich alle bewilligt wurden.

 Die größte Spendensumme eines einzelnen Projekts erhielt die Fachstelle gegen Frauenhandel. „Wir haben einen Beratungsraum angemietet, in dem die Frauen, die von Prostitution oder anderer Ausbeutung betroffen sind, geschützt ein Beratungsgespräch erhalten können. Dafür benötigen wir Ausstattung wie Möbel oder Laptop“, erklärte Contra-Beraterin Claudia Rabe. Nach kurzer Debatte über die Höhe der Summe wurden schließlich die beantragten 5000 Euro genehmigt.

 Auch das Projekt, den alten Mast der Hansekogge in einem Projekt zu Kunstwerken umzubauen, sorgte für Debatten: Es handelt sich zwar um Kunst, jedoch sollen die Schnitzereien auch von Menschen mit Behinderung vorgenommen werden. Mit 20 Ja- und vier Nein-Stimmen bei 13 Enthaltungen wurde das Projekt gefördert.

 Auch bei der Summe für die Familienpaten des Kinderschutzzentrums gab es Diskussionsbedarf: Die Finanzkommission stutzte den beantragten Zuschuss von 7000 auf 3000 Euro, da neben Sachkostenerstattung für die Paten auch Öffentlichkeitsarbeit gefördert werden sollte. Zufrieden ist die Antragstellerin Marie-Luise Schröder vom Kinderschutzzentrum trotzdem: „Wir freuen uns sehr über die Spende.“

 Für Begeisterung sorgte die Projektidee des Malteser Hilfsdienstes, der für die rund 400 Wohnungslosen und 13000 Arbeitslosengeld-II-Empfänger einen „Wohlfühlmorgen“ mit Duschen, Friseur, Kosmetik, Arzt, Tierarzt und Frühstück auf die Beine stellen möchte. 2500 Euro wurden für zwei dieser Veranstaltungen verabschiedet. Außerdem erhielt das Kieler Fenster 625 Euro für die Ausstattung einer Nordic-Walking-Gruppe für psychisch Kranke, die Paul-Gerhard-Kirchengemeinde 550 Euro für das Projekt „Weihnachten in Gemeinschaft“, die Awo 1000 Euro für „How to be a girl in Instanbul“, die Stadtteilgenossenschaft Gaarden 1377 Euro für Spielgeräte im Vinetazentrum und der Verein für Kindesentwicklung 2295 Euro für einen Verwöhntag für Familien mit entwicklungsauffälligen oder behinderten Kindern.

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Spendenparlament Kiel
Foto: Stimmkarten hoch für einen guten Zweck: Die Mitglieder des Kieler Spendenparlaments waren sich einig, welche Projekte sie unterstützen wollten. Gegenstimmen gab es für die 14 Vorschläge der Finanzkommission nicht.

Schöne Bescherung: Bereits vier Wochen vor dem Fest durften sich Initiativen und Hilfsorganisationen über nachhaltige Geldpräsente zur Förderung von 14 sozialen Projekten in Kiel freuen. Rund 25000 Euro stellte das Kieler Spendenparlament dafür zur Verfügung.

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