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Gericht verhandelt zum dritten Mal

Tod einer 82-Jährigen Gericht verhandelt zum dritten Mal

Zwei Brüder versetzen monatelang Senioren in Angst und Schrecken. Eine 82-Jährige kommt bei einem ihrer Raubzüge ums Leben. Ist ihr Tod Raub mit Todesfolge oder fahrlässige Tötung? Das muss das Kieler Landgericht jetzt zum dritten Mal ab Montag klären.

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Der Tod einer 82-Jährigen bei einer Raubserie in Kiel-Schiksee beschäftigt ab Montag erneut das Kieler Landgericht.

Quelle: Arne Dedert/ dpa/ Archiv

Kiel. Der Tod einer 82-Jährigen bei einer Raubserie in Kiel-Schiksee beschäftigt erneut das Kieler Landgericht — zum dritten Mal in drei Jahren. Von Montag an müssen sich zwei Brüder deswegen wieder verantworten. Die Seniorin starb im Februar 2011 qualvoll an einem Asthmaanfall in ihrer Wohnung. Ihr Mann musste gefesselt und hilflos zusehen. Er hatte die Räuber vergebens angefleht, sie das Inhalationsgerät benutzen zu lassen und einen Notarzt zu alarmieren.

Die Raubserie hatte ältere Menschen monatelang in Angst und Schrecken versetzt. Die Angeklagten wurden deswegen bereits zu hohen Haftstrafen verurteilt. Doch beide Male hob der Bundesgerichtshof (BGH) die Urteile auf.

Jetzt muss eine dritte Strafkammer ran und klären: War es Raub mit Todesfolge? Das entschieden die Richter im August 2013 und schickten die 34 und 26 Jahre alten Männer für zwölf und elf Jahre ins Gefängnis. Rund ein Jahr später werteten Richter die Tat dann als schweren Raub mit fahrlässiger Tötung. Ihr Urteil: Neun Jahre und zehn Monate für den älteren sowie achteinhalb Jahre Haft für den jüngeren Bruder.

Das erste Urteil hatte die Verteidigung wegen einer fehlerhaften Besetzung des Gerichts zu Fall gebracht. Beim zweiten Mal legten Staatsanwalt sowie Witwer und Sohn der alten Dame als Nebenkläger erfolgreich Revision ein. Sie hielten an der Bewertung der Tat als Raub mit Todesfolge fest. Witwer und Sohn wollen auch im dritten Durchgang im Gerichtssaal sein, sagte ihr Anwalt Thomas Görtzen: „Die Angehörigen fühlen sich verpflichtet, den Tod der Ehefrau und Mutter mit einem als gerecht empfundenen Urteil zu Ende zu bringen.“

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Deutsche Presse-Agentur dpa

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