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Ex-Traumschiff liegt jetzt bei Lindenau

Kiel Ex-Traumschiff liegt jetzt bei Lindenau

Vom Kreuzfahrtschiff „Deutschland“ ist am Montagmorgen Besatzung und Ausstattung auf die "Hamburg" gewechselt. Das ehemalige Traumschiff wird jetzt zum Universitätsschiff umgebaut – und liegt schon bei der Lindenau-Werft in Kiel.

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Die Ausstattung der "Deutschland" wird an Bord der "Hamburg" verladen.

Quelle: dpa/Carsten Rehder

Kiel. Fast auf den Tag genau zwei Monate nach der Abfahrt zum Nordlandprogramm kehrte das 175 Meter lange Kreuzfahrtschiff am frühen Morgen in die Landeshauptstadt zurück. Am Ostseekai werden die vorerst letzten deutschen Urlauber das Schiff verlassen. Bis 16 Uhr soll auch ein Großteil des Hotel- und Restaurantpersonal das Schiff verlassen haben. Dieses Personal wird zu dem Kreuzfahrtschiff „Hamburg“ wechseln, das bereits seit Sonntag am Ostseekai liegt.

Die „Hamburg“ ist das Flaggschiff des Reiseveranstalters Plantours & Partner aus Bremen. Im Mai hatte dieses Schiff vor den Hebriden jedoch eine Grundberührung und musste mit einem Propellerschaden in die Lloyd Werft nach Bremerhaven ins Dock. Vom 9. Juni bis 10. August hatte Plantours deshalb als Ersatz die „Deutschland“ eingechartert.

Das ehemalige Flaggschiff der insolventen Reederei Deilmann war Mitte Mai an die Firma Absolute Nevada aus Las Vegas/USA verkauft worden. Der neue US-Eigner hatte als ersten Schritt den Heimathafen von Neustadt/Holstein nach Nassau auf den Bahamas verlegt und die Besatzung austauschen lassen. Die Bereederung war von Neustadt an die V-Ships-Gruppe aus Monaco übertragen worden. Für den Sommer hatte der neue Eigner noch keine Beschäftigung. Diese kam dann in Form der Charter durch Plantours.

"Deutschland" bis Ende August in der Lindenau-Werft

Nach dem Ausschiffen des Personals und der Passagiere am Ostseekai wurde das ehemalige Fernsehtraumschiff am Nachmittag gegen 15 Uhr zur Lindenau Werft verlegt. „Wir freuen uns, die „Deutschland“ wieder einmal in unserem Werftenverbund begrüßen zu dürfen. Zuletzt machte sie 2001 für Instandsetzungsarbeiten bei unserer Schwesterwerft Nobiskrug in Rendsburg fest“, sagt Bernd Wittorf, Leiter des Reparaturgeschäfts bei Lindenau.

Bei der Werft in Friedrichsort wird die „Deutschland“ bis Ende August auf den neuen Einsatz als Hochschulschiff für amerikanische Studenten vorbereitet. Den Auftrag hatte die Rendsburger Nobiskrug-Werft an Land gezogen, zu der auch die Kieler Lindenau Werft gehört. Zum Arbeitspaket gehören Farbarbeiten am Rumpf sowie mehrere Ausrüstungsarbeiten im Inneren des Schiffes. Das Schiff muss dabei an die Hygiene- und Sicherheitsauflagen der US Coast Guard und der US-Gesundheitsbehörde angepasst werden. Bei der Liegezeit werden nach Mitteilung der Werft auch die Rettungsboote überprüft.

Die „Deutschland“ soll in den nächsten Tagen aber nicht nur farblich verändert werden. Sie wird auch den neuen Namen „World Odyssey“ bekommen. Unter diesem Namen wird das Schiff für die Universität von Virginia im Rahmen des „Semester at Sea“-Programm fahren. Die erste Reise startet am 13. September in Southampton.

Die „Deutschland“ war 1997/98 in Kiel bei der Werft HDW gebaut worden. Die Nobiskrug-Werft hatte damals auch Sektionen nach Kiel geliefert.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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