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Übernahme durch Annington löst Sorgen aus

Kiel Übernahme durch Annington löst Sorgen aus

Die Deutsche Annington hat rund 500 Wohnungen von der Versorgungskasse Deutscher Unternehmer in Kiel-Friedrichsort zum 1. September gekauft. Damit steigert das Unternehmen (Bochum) seinen Bestand in Kiel auf etwa 11000 Wohnungen.

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Die St. Georg Wohnungsbau mit der Adresse Zum Dänischen Wohld 1-3 trennt sich von ihren Wohnungen in Kiel-Friedrichsort.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Während der Kieler Mieterverein eine zunehmende Konzentration eines Anbieters auf dem Wohnungsmarkt fürchtet, sichert die Gesellschaft den Mietern zu, dass sich für sie nichts ändert: „Wir sind für Sie da.“

 In den ehemaligen Werkswohnungen im Dänischen Wohld aus den 50er-Jahren – in der Regel etwa 60 Quadratmeter groß – leben viele Ältere, oft frühere Mitarbeiter der Maschinenbau Kiel (MAK). Etliche der langjährigen Mieter, so schreibt jetzt ein Betroffener, seien schockiert – wegen des „üblen Rufs“ der Annington. Nadine Henckel, Sprecherin der Deutschen Annington, räumt zwar Fehler in der Vergangenheit ein, verweist aber auf die bereits 2013 erfolgte Änderung der Eigentümerstruktur und eine Unternehmensstrategie weg vom schnellen Verkauf: „Wir verstehen uns als langfristige Bewirtschafter“, versichert sie. Die Friedrichsorter Wohnungen seien sehr gepflegt und lägen in einer attraktiven Region. Das Unternehmen lege großen Wert auf Service, einen guten Draht zu den Mietern und Steigerung der Kundenzufriedenheit, so Henckel: „Wir sind ansprechbar für die Mieter und haben auch einen Notfalldienst.“

 Optimistisch ist auch Thomas Strauss, Geschäftsführer der St. Georg Wohnungsbau und Vorstandschef der Versorgungskasse Deutscher Unternehmen. „Wir haben eine hohe Verantwortung für unsere Mieter und daher besonders auf Seriosität geachtet“, zeigte er sich vor allem von der Professionalität der Annington überzeugt: Das sei keine Heuschrecke. „Wir wollten den derzeit guten Trend bei der niedrigen Zinslage nutzen und das Risiko für unsere Versicherten streuen,“ begründet Strauss den Verkauf. Die St. Georg Wohnungsbau, eine 100-prozentige Tochter der Versorgungskasse, betreut bisher 1000 Wohnungen in Kiel und Ingolstadt.

 Annington (5700 Mitarbeiter an 550 Standorten) steckte nach eigenen Angaben 2014 bundesweit 600 Millionen Euro in die Modernisierung und den Bestand der 350 000 Wohnungen. Anfang 2014 kaufte das Unternehmen 9500 Wohnungen in Kiel von der Vitus-Gruppe auf. Seitdem sei die Stadt im regelmäßigen Kontakt mit „angenehmen Gesprächspartnern“ von Annington, erklärte Kiels Wohnungsdezernent Gerwin Stöcken. Er fügte hinzu: „Es wäre schön, wenn das Unternehmen, wie angekündigt, beginnt, den Sanierungsstau zu beheben.“ Laut Annington ist für 2016 eine umfassende Modernisierung der Kieler Immobilien geplant.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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