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Zweiter Schwelbrand im Silo

Kiel Zweiter Schwelbrand im Silo

Der zweite Schwelbrand innerhalb kurzer Zeit im Silo der Hauptgenossenschaft Nord AG im Nordhafen gibt der Feuerwehr Rätsel auf. Die Experten wissen noch nicht, wie es am vergangenen Mittwoch in einer anderen Zelle zu der Rauchentwicklung gekommen ist.

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Ein zweiter Schwelbrand innerhalb kurzer Zeit im Silo der Hauptgenossenschaft Nord AG gibt Rätsel auf.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Ein Schwelbrand von Mitte März hatten Feuerwehr und eine Spezialfirma aus Dortmund zwei Monate beschäftigt.

Ein Mitarbeiter der HaGe hatte gegen 8 Uhr die Rauchentwicklung im unteren Teil des Silos bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. „Nach einer genauen Begutachtung stand schnell fest, dass keine Explosionsgefahr besteht“, sagte Feuerwehrsprecher Michael Krohn. Wie auch beim vorherigen Schwelbrand verständigte die Feuerwehrleitung sofort die Firma DMT aus Dortmund, die sich auf die Bekämpfung von Gruben- und Silobränden spezialisiert hat. Gegen Nachmittag waren die Experten am Nordhafen und begannen sofort damit, Stickstoff durch die Schläuche der Feuerwehr in die Zelle einzupumpen – rund um die Uhr. „Damit soll der Zelle der Sauerstoff entzogen werden, um das Feuer zu ersticken“, erklärte Krohn.

Seitdem fahren fast täglich Tanklastzüge mit Stickstoff zum Nordhafen. Die Feuerwehr geht davon aus, dass auch dieser Schwelbrand einen längeren Einsatz bedeutet. Täglich zwei Mal wird in der betroffenen Zelle der Sauerstoffgehalt gemessen. Ein Rapsprodukt wird in der 52 Meter hohen Speicher gepresst gelagert. „Wie es innerhalb von Monaten zu zwei Schwelbränden gekommen ist, können wir nicht sagen. Das wird untersucht“, so Krohn. Bereits Anfang der 90er-Jahre hatte es mehrfach in dem Silo gebrannt. Im Dezember 1970 kam es sogar einmal zur Explosion des Vorgängergebäudes. Dabei starben sechs Menschen, 17 wurden verletzt.

Bei dem ersten Schwelbrand in diesem Jahr im März gingen die Spezialisten zunächst auch von einer Explosionsgefahr aus. Die Feuerwehr rückte mit einem Großangebot an und sperrte den Bereich um den Silo als Vorsichtsmaßnahme weiträumig ab. Der Brandort war in 20 Metern Höhe und von außen nicht zugänglich. Das Fluten des Silos mit Wasser wurde damals verworfen, weil man damit den Brandherd nicht erreicht. Der Raps hätte das Wasser aufgesogen, sich aufgebläht und die Zelle möglicherweise auseinandergedrückt. Zwei Monate lang wurde Stickstoff eingepumpt, bis endlich Entwarnung gegeben werden konnte.

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Ein Artikel von
Günter Schellhase
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