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Hürdenlauf zur eigenen Firma

„Kiel, be innovative“ Hürdenlauf zur eigenen Firma

Start-up-Unternehmer sind hip, zwischen 30 und 40 Jahre alt und überwiegend männlich. Mit diesen Klischees wollten die Co-Working-Spaces in Kiel, Hamburg und Greifswald bei der Veranstaltung „Kiel, be innovative“ an der Christian-Albrechts-Universität aufräumen.

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Was hilft beim Schritt in die Selbstständigkeit? Darüber sprachen Anke Rasmus (Zentrum für Entrepreneurship), Friederike Springhorn, Alexander Ohrt, Moritz von Kummer und Moderatorin Ingrid Wernecke (Kieler Nachrichten) am Donnerstagabend.

Quelle: Volker Rebehn

Ravensberg. Sie gaben Interessierten, die sich mit einer Idee selbstständig machen wollen, Tipps und zeigten die Vorteile von Co-Working-Spaces auf.

Bei dieser modernen Arbeitsform handelt es sich um Arbeitsplätze, die mit Netzwerk, Drucker, Scanner, Telefon und Co. ausgestattet sind, und für Freiberufler, Kreative oder kleinere Start-ups zeitlich befristet zur Verfügung gestellt werden. In Kiel gibt es ein solches Gemeinschaftsbüro, die Starter-Kitchen des Opencampus, bereits im Wissenschaftspark. Auf den 400 Quadratmetern arbeiten rund 15 Start-ups an ihren Ideen und „bereichern sich gegenseitig durch Austausch über die Gründerideen“, sagt Alexander Ohrt vom Opencampus-Team. Außerdem sei man flexibel und habe keine langen Kündigungsfristen wie bei gemieteten Büroräumen.

 Moderiert von Ingrid Wernecke (Kieler Nachrichten) diskutierte Ohrt mit Friederike Springhorn (Cowork Greifswald) und Moritz von Kummer (Mindspace Hamburg) über die unterschiedlichen Strukturen und Konzepte ihrer Gründerräume.

 Zwar variierten die Raumgrößen, Branchenschwerpunkte und Arbeitsplatzpreise, aber eines verbindet alle drei Kreativräume: Sie geben den Menschen, die diese Arbeitsplätze nutzen, Möglichkeit des Austauschs. „Viele haben zunächst Angst, dass ihnen jemand die Idee stehlen könnte, aber dann stellen sie fest, dass es sie viel weiter bringt, wenn sie darüber sprechen und neue Impulse bekommen“, sagt Springhorn. Viele Ideen würden nie realisiert, weil die Menschen an den Problemen der Gründung, zum Beispiel bei der Erstellung eines Business-Plans oder der Finanzierung, scheitern.

 Dass gerade der Beginn einer Gründung hürdenreich ist, hat auch ein 27-jähriger Kieler erlebt. Er möchte eine Strandbar in Kiel realisieren. „Von der ersten Idee bis zu einem richtigen Konzept dauerte es sehr lange.“ Nun sei alles bereit zur Umsetzung, nur bei der Standortwahl wurde er sich bisher nicht einig mit der Stadt. „Jetzt laufen weitere Gespräche“, sagt der junge Mann.

 Einer, der sich schon selbstständig gemacht hat, ist Heiko Kolz. Der 32-Jährige arbeitet aber lieber zuhause. „Auf dem Lande ist das Glasfaser-Internet schneller als in Kiel“, sagt der Grevenkruger, der unter anderem Handwerksbetriebe berät. Der gelernte Dachdecker machte deutlich, dass die Gründerszene auch verstärkt für Nicht-Studierte geöffnet werden sollte. „Genau dafür wollen wir auch werben“, sagt Ohrt.

 Grundsätzlich könne jede oder jeder Gründer werden, sagt auch Friederike Rathgens, freiberufliche Beraterin für Existenzgründer und Mentaltrainierin. In Berlin gebe es eine riesige Gründerszene, in Norddeutschland müsse man viel mehr werben.

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