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So ein Reiseführer hat noch gefehlt

Kinderstadtführer So ein Reiseführer hat noch gefehlt

Ein Stadtführer für Kiel – und dann auch noch für Kinder? Als Jochen Reiss die Anfrage eines Verlegers bekam war seine Antwort klar: „Kiel gibt das nicht her.“ Doch der 60-jährige Journalist wagte einen zweiten Blick auf die Stadt und fand so viele spannende Geschichten, dass er mal locker 192 Seiten füllen konnte.

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Sie fanden den Kiel-Stadtführer für Kinder auf den ersten Blick ziemlich cool: Amarin Lubnow (13, rechts), Hanna Holland (14) und Max Radtke (13). „Der sieht ansprechender aus als jeder andere Reiseführer“, sagt Hanna anerkennend.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Vom Aquarium und dem Hotel Atlantic, vom Kielfisch und der Klappbrücke bis zum Walskelett und dem Warleberger Hof. Druckfrisch ist der Kinderstadtführer nun überall erhältlich. Und Kiel gibt dann doch so viel her, dass Jochen Reiss in vier Wochen noch einmal nachlegen wird. Dann kommt sein Buch „111 Orte in Kiel, die man gesehen haben muss“ in die Buchläden.

 Für seine Recherchen war Jochen Reiss rund sechs Monate kreuz und quer im Stadtgebiet unterwegs. „Das war schon eine Herausforderung“, gibt er zu. „Das Aquarium beispielsweise kennt schließlich jeder. Wie aber kriegt man da einen neuen Dreh hin?“ Schließlich kam er auf die Kilometerleistung der Heringe. 10000 Kilometer legen die Fische Runde um Runde im Jahr zurück – immer im Kreis in ihrem Aquarium, nachts ein bisschen langsamer als am Tag. Oder das Zoologische Museum: „Dort gibt es die für Deutschland größte und artenreichste Walsammlung überhaupt. Nur bekommt davon kaum jemand etwas mit. Oft war ich der einzige Besucher.“ Die knapp 200 Fotos im Stadtführer waren eine zusätzliche Herausforderung für ihn. Wochenlang sah sein Arbeitszimmer aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Überall auf dem Fußboden stapelten sich die einzelnen Kapitel, Bilder, Skizzen.

 „Kiel verkauft sich weit unter Wert“, sagt Jochen Reiss, der eigentlich in Oberhausen (Ruhrgebiet) aufgewachsen ist. Vor acht Jahren kam er wegen der Liebe in den hohen Norden. „Die Stadt hat viel mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick sieht. Hat aber auch noch ganz viel Potenzial.“ Warum gibt es nicht viel mehr Restaurants wie die „Seebar“? Warum liegt das Gelände an der Hörn so lange brach? Warum wird die einzigartige Wasserlage nicht mehr genutzt? Sein Lieblingsort ist die „Schleusenloge“. So hat er auf der Wiker Seite die Einfahrt zur Schleuse (Torbunker IV) genannt. „Dort gibt es riesige Kiesberge, einen Kiosk, viele Wohnmobile und noch viel mehr Schleusengucker. Das ist wie Kino. Die Leute kennen jede Flagge, kennen sich untereinander und beobachten die großen Pötte mit dem Fernrohr. Ein grandioser Platz!“

  Jochen Reiss, Tim Klinger (Grafik), Kiel! Der Kinderstadtführer, Verlag G. Seume, ISBN: 9873981404579.

 Jochen Reiss, 111 Orte in Kiel, die man gesehen haben muss, Emons-Verlag, Köln, Erscheinungstag: 19. November.

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Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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