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Auch im neuen Lager wird es eng

„Kiel hilft Flüchtlingen“ Auch im neuen Lager wird es eng

Mit dem Umzug in das neue Lager in der Preetzer Straße hat die Bürgerinitiative „Kiel hilft Flüchtlingen“ seit Mitte Dezember zwar mehr Platz gewonnen, dennoch sind die Kapazitäten begrenzt. Angesichts der ungebrochenen Spendenbereitschaft haben sich die Organisatoren jetzt entschieden, die Annahme neu aufzustellen.

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Helferin Kim Jaclyn Junge (24) beim Sortieren neu gespendeter Herrenhosen: Kleine Größen sind Mangelware.

Quelle: Frank Peter

Kiel. „Es werden nur noch die Spenden angenommen, die auf der Homepage ausdrücklich genannt werden“, sagt Koordinator Sebastian Rehbach. Noch immer werden Berge an Kleidern in der Zentrale abgegeben, noch immer sortieren Helfer Tag für Tag den Inhalt der unzähligen Tüten und Kartons. Und das ist gut so, findet Rehbach. „Aber leider bekommen wir nach wie vor Sachen, die wir nicht benötigen, da viele uns als allgemeine Kleiderkammer wahrnehmen.“ An Frauenkleidung, Männerkleidung in den Größen XL und L oder Sommerkleidung herrscht kein Mangel, der Lagerbestand ist nach Angaben Rehbachs „riesig“. Aber Männerkleidung in kleinen Größen S und M sowie 164 bis 188 werde aktuell dringend benötigt. Ebenso wie Männerschuhe und Hygienartikel, Kinder-, Jugend- und Babykleidung sowie Kinderwagen, Koffer und Reisetaschen. „Alles andere werden wir den Spendern künftig wieder mitgeben, auch wenn uns das schwer fällt“, betont Sebastian Rehbach.

 Neue Strukturen gibt es nicht nur bei der Spendenannahme. Da die Initiative sehr schnell wächst, will sie ihre Arbeit mit der Gründung eines gemeinnützigen Vereins auf ein „stabiles Fundament“ stellen, auch juristisch. „Da basteln wir noch dran, so eine Vereinsgründung ist eine komplizierte Sache“, sagt Rehbach. Auch wenn er wegen seines neuen Jobs bei der Stadtmission nicht mehr im Dauereinsatz ist, steckt er noch immer viel Zeit und Herzblut in die Arbeit für Flüchtlinge. „Das lässt mich nicht mehr los.“

 Für die Zukunft benötigen die Helfer dringend ein Hochregallager und mehr Arbeitsmaterialien. Wer ihnen beim Aufbau des Lagers helfen möchte, kann auf der Internetseite www.zusammentun.de noch bis Freitag, 8. Januar, mit wenigen Klicks für das Projekt stimmen. Die Aktion „Zusammentun“ der R+V-Versicherung will soziale Projekte in den Fokus rücken und die fünf meist gewählten Initiativen mit Sachleistungen und Fachberatung im Wert von 5000 Euro bis 20000 Euro unterstützen. Weitere fünf Projekte werden zusätzlich von einer Jury ausgewählt. „Kiel hilft Flüchtlingen“ steht derzeit auf Platz vier. „Wir sind für jede Stimme dankbar“, sagt Sebastian Rehbach.

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Ein Artikel von
Carola Jeschke
Lokalredaktion Kiel/SH

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