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Kiel in den schönsten Facetten

Neuer Bildband Kiel in den schönsten Facetten

Dass die Landeshauptstadt einige Postkarten-Motive bietet, ist hinreichend bekannt. Für den Fotografen und Journalisten Tom Körber stand sie schon zum zweiten Mal für einen Bildband Modell. Heute erscheint im Wachholtz-Verlag „Kiel. Großstadt am Meer“.

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Abendstimmung über Hörn, CAP, Bahnhof und Eckmannspeicher. Tom Körber betrachtet Kiel in neuem Licht und aus ungewöhnlichen Perspektiven.

Quelle: Tom Körber

Kiel. Der gebürtige Berliner Tom Körber, der vor 20 Jahren zum Volontariat nach Kiel zog, fotografierte Wahrzeichen wie die Hörnbrücke, den Strand in Laboe oder die Kiellinie – allerdings nicht aus der vertrauten Postkarten-Perspektive. „Auf manchen Fotos erkennt man Kiel noch nicht einmal auf den zweiten Blick“, sagte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. Denn Körber führt den Betrachter auch zu Geheimtipps wie dem Schwanenseepark. Dabei hält er sich nicht an Stadtgrenzen. „Für mich ist Kiel die ganze Förde“, sagt er, der die Stadt nicht nur aus neuen Perspektiven, sondern vor allem in neuem Licht zeigt.

 „Die große Kunst dieses Buches ist der Umgang der Fotos mit dem Thema Licht“, sagte Verleger Sven Murmann bei der Buchpräsentation im Schifffahrtsmuseum. Morgen- und Abendstimmung, Sonne und Wolken wechseln sich ab. „Man muss eigentlich nur warten und zum richtigen Zeitpunkt losfahren“, sagte Körber, der im Mai vergangenen Jahres mit der Arbeit am Bildband begann und dabei unter anderem lernte, dass sich das Licht in der Dänischen Straße nur zwischen 14 und 14.30 Uhr für gute Aufnahmen eignet. Wenn er durch das Buch blättert, fällt ihm zu jedem Bild eine Geschichte ein. Zu seinem Lieblingsmotiv, der Holtenauer Hochbrücke im morgendlichen Nebel und durch die Sonne in warmes Gelb getaucht, ließ er sich von einem Kieler „Tatort“ inspirieren. „Ich sah die Perspektive und hatte gleich mein Motiv vor Augen. Es ist mein Lieblingsbild, weil es genau so geworden ist, wie ich es mir vorgestellt hatte.“ Ausgangspunkt war der Raiffeisen-Silo, für das Körber eine der wenigen Zutritts-Genehmigungen bekam. Allerdings nur für einen begrenzen Zeitraum. An einem Spätsommer-Morgen stand er seit sieben Uhr auf dem Dach und wartete darauf, dass der Nebel sich lichtete. „Ich konnte noch nicht einmal die Dächer unter mir sehen“, erinnert er sich. In letzter Minute riss der Wind ein Loch in die Nebeldecke, Körber konnte nur zwei Fotos schießen, bevor er den Silo verlassen musste.

 Am Abend zuvor hatte er schon zwei weitere Bilder aus dieser ungewohnten Perspektive gemacht. Eines zeigt die Stadt mit dem Projensdorfer Gehölz im Vordergrund. „Bis dahin war mir gar nicht bewusst, wie grün Kiel wirklich ist“, sagt Körber, der für manches Bild nachts um drei aufstand – ab und zu auch vergeblich. „Es ist viel Zeitaufwand, und ein Quäntchen erarbeitetes Glück gehört auch dazu.“

 Der Titel des Buches sorgte schon vor dem Erscheinungstermin für Aufsehen. Kiel als Großstadt? „Kiel hat einen Hafen, eine große Universität, mehrere Hochschulen, einen Landtag und ist in Sachen Segeln und Handball auch sportlich groß aufgestellt“, zählte Olaf Irlenkäuser, Geschäftsführer des Verlages die Argumente für die Großstadt auf, die Kiel auch per Definition (ab 100000 Einwohner) erfüllt.

 So finden sich auch nicht nur Landschaftsmotive in dem Buch wieder, das in die Rubriken Stadt, Wasser, Leben und Natur gegliedert ist. „Ein Hauptanliegen von mir war es, Kiel mit Menschen zu zeigen“, sagt Körber, der sein Werk als „Update des Status Quo“ betrachtet. „Als ich herkam, war Kiel ganz anders. Auch vor fünf Jahren war es das noch. Mittlerweile gibt es so viele neue Cafés und Leben auf den Straßen.“ Neues in Verbindung mit Altem darzustellen, sei einer der Gründe, warum er nach dem Erscheinen seines Panorama-Bandes nun einen weiteren Bildband von Kiel publiziere.

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