23 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Kiel legt den Wert des Geländes offen

Möbel-Kraft Kiel legt den Wert des Geländes offen

Jetzt kann jeder erfahren, welchen Wert das Gelände am Westring hat, auf dem Möbel Kraft 2016 bauen und nach aktuellen Angaben des Unternehmens etwa 65 Millionen Euro investieren will: Die Stadt Kiel veröffentlicht seit Mittwoch in der Gläsernen Akte das Wertgutachten und den Kaufvertrag ohne geschwärzte Passagen. Gleichzeitig kündigte sie an, keine Rechtsmittel gegen das Schleswiger Urteil einzulegen.

Voriger Artikel
Wo die Armut im Alter besonders groß ist
Nächster Artikel
Kiel: Lubinus stellt sich neu auf

Möbel Kraft plant diese Niederlassung am Kieler Westring.

Quelle: moka

Kiel. Im März hatte sich der Kieler Kaufmann Franz Weipert vor dem Verwaltungsgericht in Schleswig das Recht auf Einsicht in das Geheimgutachten zum Verkehrswert des Geländes erstritten. Das Gericht hielt die Bedenken der Stadt wegen möglicher Verletzung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen für unbegründet und forderte, in dieser „hochpolitischen Geschichte“ den Verkehrswert offenzulegen.

Die Einschätzung des Gutachters war vor drei Jahren entscheidend für die Bemessung des nie veröffentlichten Verkaufswertes, der nach Informationen der Kieler Nachrichten um die zehn Millionen Euro lag. Diese Summe wird jetzt in der Akte bestätigt: Die Stadt erhielt für die 11,5 Hektar umfassende Fläche, die für den Bau der achten Filiale von Möbel Kraft und des Discounters Sconto nötig sind, 90 Euro pro Quadratmeter. Dieser Preis liege „deutlich über dem gutachterlichen Wert von 82,60 Euro pro Quadratmeter.“ Die Verwaltung weist damit den Vorwurf Weiperts zurück, das frühere Kleingartengelände zwischen Westring und Hasseldieksdammer Weg unter Wert verkauft zu haben.

Der Kläger, früherer Inhaber des Kieler Textilhauses Weipert, wollte nach eigenen Angaben selbst auf dem Gelände investieren. Schon 2006 habe er gegenüber der Stadt Interesse an einem Gewerbegebiet dieser Größe bekundet – im Auftrag eines anderen großen Möbelunternehmens für ein Einrichtungshaus. Laut der Kieler Wirtschafts- und Entwicklungsgesellschaft verhandelte Weipert damals über ein Grundstück am Tonberg, das dem Kaufmann am Ende nicht zusagte, weshalb er schrieb, die Ansiedlung nicht weiter zu verfolgen. Er habe seit damals keinen Kontakt mehr zur Stadt aufgenommen.

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer betont: „Wir setzen auf Transparenz, das ist gerade bei dieser viel diskutierten Ansiedlung besonders wichtig.“ Deshalb verzichte die Stadt auf Rechtsmittel. Das umstrittene Projekt hat bereits eine vier Jahre lange Vorgeschichte. Während sich Verwaltung und eine breite politische Mehrheit hinter den Investor stellten, der 250 bis 300 neue Arbeitsplätze verspricht, kam es im März 2014 nach massivem Widerstand von Anwohnern und Kleingärtnern zu Kiels erstem Bürgerentscheid. Mit 52,7 Prozent der Stimmen setzte sich das Projekt knapp durch.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr zum Artikel
Möbel Kraft Kiel
Foto: Stadt und Bürger streiten über den Wert des Geländes.

Der Streit über eines der größten Bauprojekte Kiels geht in eine neue Runde. Die Bürgerinitiative gegen Möbel Kraft hat bei der Kommunalaufsicht Beschwerde eingelegt. Ihr Vorwurf: Die Stadt habe das ehemalige Kleingartengelände unter Wert verkauft. Das bestreitet die Stadt entschieden.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3