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Inbetriebnahme 2018 geplant

Kiel und MVV bauen Gas-Kraftwerk Inbetriebnahme 2018 geplant

Die Hängepartie um den Bau eines Gasmotoren-Kraftwerks ist zu Ende: Nach einem Jahr heftiger Auseinandersetzungen haben sich die Stadt Kiel und der Mannheimer Energieversorger (MVV) darauf geeinigt, das 290 Millionen Euro-Projekt nun doch gemeinsam voranzutreiben.

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MVV-Chef Georg Müller kam zur Pressekonferenz nach Kiel.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) sprach von einem Durchbruch und einem „guten Tag für Kiel.“ Läuft alles nach Plan, soll das Kraftwerk im zweiten Halbjahr 2018 ans Netz gehen.

 Das Projekt stand auf der Kippe, nachdem MVV, Mehrheitseigner an den Kieler Stadtwerken, überraschend im Mai 2014 den Ausstieg aus der Beteiligung an der Nachfolge-Anlage für das Gemeinschaftskraftwerk auf dem Ostufer bekannt gegeben hatte. Trotz der „sehr schwierigen Monate“ liefen die Vorbereitungen samt Ausschreibung weiter; das Gelände wurde von Blindgängern geräumt. Im März, sagte Kämpfer, gab es bereits eine Teilgenehmigung nach dem Emissionsschutzgesetz.

 Doch jetzt drängt die Zeit: Im Juli muss der Aufsichtsrat der Stadtwerke über den Start des Finanzierungsprozesses entscheiden. Zusammen mit Kämpfer betonte Georg Müller, Vorstandsvorsitzender von MVV Energie, die Partnerschaft wie bisher fortzusetzen und das Projekt nach der bisherigen Anteilsgröße bis zum Baubeginn Mitte 2016 mitzufinanzieren. Für Kiel bedeutet das, 34 Millionen Euro zu zahlen. Mit der Einigung sind Spekulationen über neue Anteilsverhältnisse und Verhandlungen mit weiteren Investoren vom Tisch: Die Stadtwerke als Bauherr des Kraftwerks gehören zu 49 Prozent der Stadt Kiel und zu 51 Prozent MVV.

 Grundlage der Einigung zwischen Kiel und den Mannheimern sind neben den niedrigen Zinsen geplante Verbesserungen bei der Förderung für Kraft-Wärme-Koppelung. Für das Gesetz, das im Sommer verabschiedet werden soll, hatten sich Kämpfer und Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) noch vor wenigen Wochen beim Bundeswirtschaftsminister eingesetzt. „Die Energiewende beschleunigt sich. Dann passt ein Gasmotoren-Kraftwerk auch in unser Portfolio. Das war vor einem Jahr nicht der Fall“, begründete Müller die Kehrtwende. Wenn Berlin die Weichen wie erwartet stelle, dann werde dieses Kraftwerk ein Paradebeispiel für ein modernes, innovatives Energiewende-Kraftwerk.

 Der Mannheimer Konzern hatte den Ausstieg aus dem Projekt genau damit begründet, dass der Neubau mit Blick auf die Risikoabschätzung und Wirtschaftlichkeit nicht in sein Portfolio passe. Dieser Rückzug und das spätere Angebot, Anteile nur an die Stadt zu verkaufen, lösten damals quer durch die Parteien Empörung und Zweifel an der Verlässlichkeit von MVV aus. Am Freitag überwog jedoch die Freude über das Ende der Planungsunsicherheit und das Bekenntnis zum Kraftwerk, das die Versorgung von 70000 Haushalten mit Fernwärme sicher stellen soll. Und: „Wir erreichen mit einem Schlag alle klimapolitischen Ziele“, ergänzte Kämpfer.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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MVV in Sachen Kraftwerk
Foto: Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (links) und MVV-Chef Georg Müller besprachen nach der Pressekonferenz im Rathaus das weitere Verfahren.

Die Einigung zwischen der Stadt Kiel und dem Mannheimer Energieversorger (MVV), gemeinsam das neue Gasmotoren-Kraftwerk auf dem Ostufer zu bauen, hat am Freitag in Kiel hohe Wellen geschlagen.

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