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Geldstrafe für Ex-Vize der Hells Angels

Kieler Amtsgericht Geldstrafe für Ex-Vize der Hells Angels

Der ehemalige Vizepräsident der seit Januar 2012 verbotenen Kieler Hells Angels soll wegen Beihilfe beim Fingieren eines Versicherungsfalls 300 Euro Geldstrafe zahlen. Weil der Angeklagte am Freitag nicht zum Prozesstermin vor dem Kieler Amtsgericht erschien, erließ die Richterin einen Strafbefehl.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Kiel. Weil der Ex-Rocker Hartz IV beziehe, sei die Höhe der 30 Tagessätze auf je zehn Euro bemessen worden, teilte ein Sprecher des Kieler Amtsgerichts am Freitag auf Nachfrage mit. In dem zur Verhandlung anstehenden Fall war der 57-jährige Angeklagte nach Überzeugung des Gerichts im Zusammenspiel mit einem Versicherungsvertreter an einem „Geisterunfall“ beteiligt.

 Laut Schadensbericht fuhr der damalige Vize des „Hell Angels Charter Kiel“ am Steuer eines Pkw vor dem Zweirad eines ebenfalls der Rockerszene zugerechneten Bordell-Wirtschafters her. Als der Angeklagte angeblich plötzlich bremsen musste, sei der Hintermann gestürzt, hieß es. Dabei habe das Zweirad die Stoßstange und den Auspuff des Pkw beschädigt. Dieser vorgespiegelte Unfall vom Oktober 2010 führte später zur Auszahlung von rund 1500 Euro durch die geschädigte Versicherung, ein Teil der Summe soll in die Rockerkasse geflossen sein. Er war Teil einer größeren Serie frei erfundener Schadensfälle, nach der ein mit den Hells Angels kooperierender Versicherungsmakler vom Kieler Landgericht wegen Untreue zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde.

 Schwerer als die gestern per Strafbefehl geahndete Beihilfe zur Untreue wiegen die Vergewaltigungsvorwürfe, gegen die sich der Ex-Hells Angel demnächst vor dem Kieler Landgericht verantworten muss. Wie eine Gerichtssprecherin bestätigte, will die 7. Große Strafkammer ab Mitte Juli bereits im dritten Anlauf über drei mutmaßliche Sexualdelikte aus dem Herbst 2010 verhandeln.

 Der erste Prozess gegen den Angeklagten platzte im Oktober 2012 nach einem Antrag der Verteidigung wegen Besorgnis der Befangenheit eines Schöffen, der zuvor bereits am spektakulären Prozess gegen den umstrittenen „Kronzeugen“ der Legion 81, Steffen R., teilgenommen hatte. Zum zweiten Mal platzte der Prozess drei Wochen später wegen einer Problemschwangerschaft der Zeugin, der eine Aussage vor Gericht aus gesundheitlichen Gründen auf absehbare Zeit nicht zuzumuten war.

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