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Fasziniert von Fischen hinter Glas

Kieler Aquarienfreunde Fasziniert von Fischen hinter Glas

Fische sind langweilig, man kann sie nicht anfassen und überhaupt: Was soll man mit einem Aquarium anfangen? Diese Klischees können Herbert Walle (73) und Thomas Althof (65), erster und zweiter Vorsitzender im Verein „Kieler Aquarienfreunde“, nicht verstehen: „Fische zu beobachten ist äußerst interessant.

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Sie engagieren sich seit Jahren für die „Kieler Aquarienfreunde“: Herbert Walle (li.) und Thomas Althof stehen als Vorsitzende an der Spitze des Vereins. Statt vorm Fernseher zu sitzen, beobachten sie lieber Fische im Aquarium: „Das ist interessanter.“

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Es ersetzt für uns oft den Fernseher“, sagen sie. Und Grund zu feiern, haben sie auch: Die „Kieler Aquarienfreunde“ begehen am Sonnabend, 24. Oktober, den 60. Gründungstag des Vereins im Legienhof. Unter dem Motto „Mit Volldampf ins nächste Jahrzehnt“ wird unter anderem mit einem Shanty-Chor und der Ralf-Delfs-Band gefeiert.

Der Verein wurde 1955 von 13 Mitgliedern im „Cafe Pursche“ an der Holtenauer Straße gegründet. Momentan hat er 149 Mitglieder. Die Aquarianer kommen zwar hauptsächlich aus Kiel, aber auch in Schleswig, Neumünster oder sogar München, Leipzig und Karlsruhe gibt es Mitglieder. Der Verein hat aktuell großen Zulauf von jungen Leuten. Die „Aquarienfreunde“ treffen sich jeden zweiten Mittwoch im Monat: An den Vereinsabenden werden Gastvorträge gehalten – am vergangenen Mittwoch etwa über einen Dammbau an einem Fluss in Brasilien. Außerdem wird an jedem ersten Sonntag im Monat eine Fisch- und Pflanzentauschbörse mit Aquarianertreff veranstaltet, bei der Aussteller Nachzuchten anbieten und die Teilnehmer sich austauschen können. Auch mit einer Vereinszeitung können die Mitglieder aufwarten: Die „Kieler Sprotte“ erscheint dreimal im Jahr und informiert über wichtige Termine und in Fachartikeln über Themen der Aquaristik.

Aus- und Fortbildung spielen für den Verein eine wichtige Rolle: Für die Mitglieder werden in unregelmäßigen Abständen Fortbildungen angeboten. In diesem Jahr ging es beispielsweise um Fischkrankheiten. Für Kinder und Jugendliche werden zusammen mit dem „Schleswig-Holsteinischen Heimatbund“ Veranstaltungen organisiert.

Der Verein ist dem VDA, dem „Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde“, angeschlossen. Hier sind bundesweit etwa 400 Vereine organisiert. Dadurch ergibt sich ein großes Kontaktnetz für die „Kieler Aquarienfreunde“.

Doch die Kieler Aquarianer verbindet nicht nur die Vereinsmitgliedschaft, sondern es haben sich auch viele Freundschaften gebildet, erzählen Walle und Althof. Beide engagieren sich schon lange im Verein und sind mit voller Leidenschaft in der Aquaristik dabei. Besonders faszinierend finden sie zum Beispiel die „Maulbrüter“. Das sind Fische, die die befruchteten Eier oder Jungtiere in ihrem Maul beherbergen. Die beiden Männer haben auch beruflich mit dem Element Wasser zu tun gehabt: Sie waren Berufssoldaten bei der Marine.

Zur Freude an der Aquaristik trägt für Althof auch dies bei: „Die Fische haben einfach tolle Farben und sie bringen eine gewisse Ruhe mit sich. Man kann vor dem Aquarium schön entspannen“. Und Walle ergänzt: „Fische lassen sich auch anfassen. Wenn ich meine Hand mit Futter darin ins Wasser halte, knabbern sie mir am Finger.“ Fische und Langeweile – das passt also nicht zusammen.

Von Lisa Richert

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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