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Verdächtiger aus der JVA entlassen

Bergstraße Verdächtiger aus der JVA entlassen

Das Amtsgericht Neumünster hat am Donnerstag einen 29 Jahre alten Mann, der am Sonntag, 10. Juli, eine 21-Jährige gegen 4 Uhr im Diskothekenzentrum Bergstraße vergewaltigt haben soll, aus der Justizvollzugsanstalt Neumünster entlassen.

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Das Urteil des Amtsgerichts basiere auf den Aussagen des 29-Jährigen, anderer Zeugen und den Ergebnissen der Rechtsmedizin, so der Oberstaatsanwalt.

Quelle: Frank Peter (Archiv, Symbolbild)

Kiel. „Nach weiteren Ermittlungen gibt es zurzeit keinen dringenden Tatverdacht gegen den Beschuldigten wegen Vergewaltigung“, sagte Axel Bieler, Sprecher der Kieler Staatsanwaltschaft, auf Nachfrage. Nach derzeitigem Stand halte er die Entscheidung für „korrekt“.

Das Urteil des Amtsgerichts basiere auf den Aussagen des 29-Jährigen, anderer Zeugen und den Ergebnissen der Rechtsmedizin, so der Oberstaatsanwalt: „Klar ist, dass es einen sexuellen Kontakt zwischen dem Mann und der Kielerin gegeben hat.“ Derzeit fehlten aber Anhaltspunkte, die auf einen sexuellen Übergriff schließen ließen. Es sei nicht ersichtlich, dass dieser Kontakt unter Gewaltanwendung geschehen sei oder er zuvor eine Drohung ausgesprochen habe. Auch sei die junge Frau nicht „widerstandsunfähig“ gewesen, so Bieler weiter: „Die Ermittlungen der Kieler Kriminalpolizei sind aber noch nicht abgeschlossen. Es finden weitere Befragungen statt.“ Nach dem Abschluss der Ermittlungen der Polizei will die Staatsanwaltschaft den Vorgang neu beurteilen.

Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt: Nach KN-Informationen sollen sich der Beschuldigte und die junge Frau flüchtig aus der Diskothek gekannt haben. Wie die Behörden damals sagten, habe es sich nicht um eine Beziehungstat gehandelt. Die Kieler Kripo hatte zu dem Zeitpunkt keine Zweifel an der Aussage der 21-Jährigen – unter anderem auch, weil die Frau nach kurzer Zeit rechtsmedizinisch untersucht worden war. Wegen ihrer guten Beschreibung nahm die Polizei den Verdächtigen noch am frühen Sonntag fest und brachte ihn ins Gewahrsam. Die Staatsanwaltschaft beantragte am darauffolgenden Montag einen Haftbefehl gegen den Mann, der seitdem in der JVA in Neumünster saß. Bieler begründete das damals unter anderem mit möglicher Flucht- und Wiederholungsgefahr. Der 29-Jährige war zu dem Zeitpunkt polizeilich nicht in Erscheinung getreten. Er stammt aus dem Irak und lebt erst seit wenigen Wochen in einer Kieler Flüchtlingsunterkunft.

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Günter Schellhase
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