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Die Suche nach neuen Energien

Bürgerinitiative Die Suche nach neuen Energien

Zunächst war es nur ein kleiner Kreis in Kiel. Inzwischen sind es 350 Bürger aus Schleswig-Holstein und Hamburg. Ihr Ziel: Die Energiewende zu einer Bürgerbewegung zu machen, über neue, unkonventionelle Energietechnologien zu informieren und damit die politische Diskussion voranzubringen.

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Sie sind nur ein kleiner Teil der neuen Bürgerinitiative (von links): Jan Bodensieck, Wolfgang Herda, Susanne Clemenz und Hans Jürgen Eltzschig möchten über neue Energietechnologien informieren und so die Energiewende von unten vorantreiben.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. „Die Energiewende setzt auf Windkraft, Sonnenenergie und Biogasanlagen, obwohl deren Schwächen bekannt sind. Wir wollen den Blick auf andere Alternativen lenken“, sagt Hans Jürgen Eltzschig von der Initiative. Der 61-jährige Diplom-Ingenieur aus Tüttendorf erlebt immer wieder, dass das Interesse der Schleswig-Holsteiner an der Energiewende groß ist. „Aber viele haben sich eine dezentrale Versorgung erhofft. Jetzt sehen sie, dass für Windkraft und Photovoltaik der wesentliche Baustein, die Speichertechnologie, fehlt. Viele fragen sich: Sind das wirklich die einzigen erneuerbaren Technologien? Oder gibt es Alternativen, die ohne Risiken für Mensch und Umwelt, stets verfügbar, kostengünstig, für alle Bürger zugänglich sind und künftigen Generationen keine schädlichen Abfälle hinterlassen?“

Eine Frage, die inzwischen viele unterschiedliche Menschen zusammengeführt hat. „Vom Schüler bis zum Rentner sind bei uns alle dabei“, sagt der Kieler Jan Bodensieck (55), der Energiegewinnung schon vor Jahren zu seiner Passion gemacht hat. Nach einem Vortrag in Kiel hatten sich im März 2013 die ersten Interessierten lose verabredet. Seit Sommer 2013 trifft man sich etwa alle zwei Monate, um – meist mit Hilfe eines Experten – eine Technologie näher zu beleuchten und zu diskutieren. „Das hat sich herumgesprochen. Inzwischen haben wir 350 Teilnehmer in unserem Verteiler“, sagt Susanne Clemenz (42), von Haus aus Diplom-Sozialpädagogin.

Eine der Technologien, die die Initiative bekannt machen möchte, ist die LENR (Low Energy Nuclear Reaction): ein Verfahren zur Energiegewinnung, das fälschlicherweise zunächst als Kalte Fusion beschrieben wurde. „Inzwischen gibt es eine physikalische Erklärung für das Phänomen. Es wird in vielen Staaten vorangetrieben, weil man es für eine Schlüsseltechnologie der künftigen Energiepolitik hält“, sagt der Diplom-Ingenieur Wolfgang Herda. Den 71-Jährigen, der in seinem Berufsleben in Forschung und Entwicklung bei Dr. Hell und Siemens tätig war, ärgert es, dass auf Internationalen Kongressen zur LENR-Technologie inzwischen 21 Staaten vertreten sind, aber Deutschland fehlt. Auch Bill Gates hat mit seiner Stiftung das Thema LENR entdeckt. „Doch in Deutschland hat man auf Wind und Photovoltaik gesetzt und zieht das trotz offenbarer Nachteile durch, ohne weitere Alternativen im Blick zu haben“, kritisiert auch Eltzschig. Anfang 2015 will die Initiative in einer weiteren Veranstaltung deshalb über LENR informieren.

Zunächst aber steht am morgigen Donnerstag das Brownsche Gas auf dem Programm, mit dem vor allem Generatoren betrieben werden, aber auch der Benzinverbrauch in Kraftfahrzeugen gesenkt werden kann. Wie das funktioniert, wird auf der Veranstaltung in einem Vortrag erklärt, aber auch an einer technischen Anlage demonstriert.

Veranstaltung zum Brownschen Gas: Donnerstag, 4. Dezember, 19 Uhr, Zentrum Integrales Leben, Muhliusstraße 40 (Hinterhof). Unkostenbeitrag für Raummiete: 3 bis 5 Euro. Wer teilnehmen oder sich in die Verteilerliste aufnehmen lassen möchte, sollte sich kurz anmelden: info@freie-energie-nord.de

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH