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Yildirim von Pickardt wechselt zur SPD

Kieler CDU-Ratsherr Yildirim von Pickardt wechselt zur SPD

Cetin Yildirim von Pickardt, bisher Sprecher der CDU-Ratsfraktion für Migration, Gleichstellung und Personal, hat am Montag einen Antrag auf SPD-Mitgliedschaft gestellt. Sein CDU-Parteibuch gab der 47-Jährige kurz zuvor nach zehn Jahren zurück.

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Ist enttäuscht über die Entwicklung der CDU: Cetin Yildirim von Pickardt.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Sein Ratsmandat werde er behalten, kündigt der Jurist an, der seinen Wechsel mit einer Vielzahl auch persönlicher Gründe begründet. Als Cetin Yildirim von Pickardt in die CDU eintrat, gehörte er zu den ersten Mitgliedern mit ausländischen Wurzeln. „Ich gehe nicht im Streit. Ich ziehe aber einen Schlussstrich“, sagt der Türkischstämmige. Eine gewisse Enttäuschung, sich in der Partei nicht mehr gut aufgehoben zu fühlen, räumt er ein. Der Hauptgrund für seine zunehmenden „Magenschmerzen“ sei, dass vor Wahlen immer wieder die Diskussion wegen der doppelten Staatsbürgerschaft und damit angeblich verbundener Loyalitätskonflikte in der CDU ausbreche. Er selbst hatte lange Zeit zwei Pässe, bis er sich für den deutschen entschieden hat. „Das war meine persönliche Entscheidung. Warum aber wird die doppelte Staatsbürgerschaft immer nur bei Türkischstämmigen als Problem gesehen?“, fragt er. Was Yildirim von Pickardt ebenfalls irritiert, ist, dass er immer wieder von CDU-Führungskräften in Kiel gefragt werde, was er als Moslem in einer christlichen Partei wolle.

Ob er das Mandat mitnimmt, ist noch unklar

Die SPD freut sich nach Aussagen ihres Kreisvorsitzenden Jürgen Weber über jedes neue Mitglied. Wie sie aber mit der Mitnahme des Mandats umgehe und wie sie Yildirim von Pickardt in die Arbeit einbinde, müsse die Fraktion selbst in aller Ruhe entscheiden. Weber geht davon aus, dass diese Frage bis zur nächsten Ratssitzung im Mai geklärt ist, weil es sich eher um einen Einzelfall und nicht um eine Grundsatzentscheidung handele: „Der Wechsel, der zwischen demokratischen Parteien möglich sein muss, ändert die Mehrheitsverhältnisse in der Ratsversammlung nicht.“ Bisher hat die SPD als stärkste Fraktion 19 Sitze, die CDU 15.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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