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Umstrittener Vortrag fand doch statt

Kieler CDU unter Druck Umstrittener Vortrag fand doch statt

Die Einladung von Referenten, die der rechtsextremen Szene nahestehen sollen, hat der Kieler CDU und der Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung (OMV) am Wochenende weiteren Ärger beschert.

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Dietrich Huckriede räumte am Sonntag einen Fehler ein.

Quelle: Jan Köhler-Kaeß

Kiel. Nach den Vorwürfen am Freitag hatten CDU und OMV zwar schnell reagiert und den umstrittenen Vortrag von Manfred Backerra abgesagt. Der 75-jährige Oberst a.D. sprach dann in Kiel aber doch über das Thema „Armeniermord – Rufmord am Deutschen Reich“. Als Veranstalter trat aber nicht mehr die OMV auf, sondern die Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft (SWG), die das per Presseerklärung bestätigte. Backerra soll in der Vergangenheit durch verharmlosende Äußerungen über den Nationalsozialismus aufgefallen sein.

 CDU und OMV waren am Sonntag um Schadensbegrenzung bemüht. Nach einem Treffen mit dem geschäftsführenden Vorstand der Kieler Christdemokraten bekräftigte der OMV-Vorsitzende Dietrich Huckriede, dass er die Einladung ausdrücklich zurückgezogen habe. Er bedauerte die „entstandene politische Situation für die CDU Kiel“ und bezeichnete die Einladung „explizit als Fehler“, wie es in einer schriftlichen Mitteilung heißt. Der OMV betont darin, dass er darauf achten werde, „dass eine klare politische Trennlinie zu Organisationen des rechten politischen Spektrums beachtet und eingehalten wird“. Diese Trennlinie gelte auch für mögliche Referenten aus diesem Spektrum. Außerdem versicherte der OMV, dass es künftig keine weiteren Veranstaltungen mit Drittorganisationen, insbesondere der Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft, geben werde.

 Die Kieler Grünen zeigten sich entsetzt darüber, dass der Vortrag doch noch gehalten wurde. „Es scheint so, als habe das Wort des Vorsitzenden in der CDU Kiel keinen Wert mehr.“ Thomas Stritzl müsse seinen Worten Taten folgen lassen, ein derartiger Vorgang erfordert personelle Konsequenzen, erklärte die Grünen-Kreisvorsitzende Claudia Ulrich. Rechtsradikales Gedankengut dürfe unter keinen Umständen von einer demokratischen Partei unter irgendeinem Deckmäntelchen hofiert werden. Stritzl hatte bereits am Freitag betont, dass die Einladung zum Vortrag „weder auf Initiative noch im Namen des CDU-Kreisverbandes, sondern ausschließlich im Namen der OMV“ erfolgt sei. Die CDU werde rechtsextremem Gedankengut keine Bühne bieten.

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Ein Artikel von
Bodo Stade
Stellvertretender Chefredakteur

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