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Dieser Plan braucht viele Unterstützer

Integrationspreis in Kiel Dieser Plan braucht viele Unterstützer

Sie haben sich viel vorgenommen: Sie wollen den Deutschen Integrationspreis gewinnen. Vor allem: Sie wollen die Alt- und Neukieler zusammenbringen. Sie, das sind junge Flüchtlinge, die die Integration selbst in die Hände nehmen wollen. Doch dazu brauchen sie viele Unterstützer.

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Diese jungen Flüchtlinge wollen die Integration in Kiel voranbringen. Mit ihrer Idee von einem kreativen Zentrum machen sie beim Crowdfunding-Wettbewerb der Hertie-Stiftung mit. Doch Geld bekommt dort nur, wer möglichst viele Unterstützer hat.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Saad Alsayad ist 32 Jahre alt, kommt aus Syrien und absolviert eine Ausbildung zum Hotelkaufmann. Doch das reicht ihm nicht. "Ich wollte von Anfang an zeigen, dass ein gutes Zusammenleben möglich ist", sagt er. Deshalb hat er sich ehrenamtlich als Lotse engagiert, also anderen Geflüchteten geholfen, sich in Kiel zurechtzufinden, sie bei Arzt- und Behördenbesuchen begleitet. Doch auch das ist Alsayad und den übrigen Lotsen nicht genug. "Wir haben festgestellt, dass wir noch mehr geben können. Wir könnten zum Beispiel Computerkurse für ältere Menschen geben, natürlich auch für Deutsche. Oder Nähkurse. Oder Kielern eine unserer Sprachen beibringen", erklärt Elina Mohamed (26) aus Syrien. "Wir haben noch viel mehr Ideen, wichtig ist uns auch demokratische Bildung. Ziel ist es, dass wir uns kennenlernen und Respekt voreinander entwickeln", ist der Palästinenser Yazan Mohammad (20) überzeugt.

Aber bisher scheitert die Umsetzung an einem Treffpunkt. Genau das soll das Zeik werden, das Zentrum für Empowerment und Interkulturelle Kreativität. Ein passender Raum ist schon gefunden. Doch wie lassen sich Raummiete und Unterhaltskosten bezahlen? Die Geflüchteten beteiligen sich deshalb als einziges Projekt aus Schleswig-Holstein am Crowdfunding-Contest der Hertie Stiftung: Die 20 Projekte, die bis zum 11. April am meisten Unterstützer finden, erhalten bis zu 10.000 Euro - und können dann sogar den mit 100.000 Euro dotierten Deutschen Integrationspreis gewinnen. Die Krux: Jeder Unterstützer muss mindestens fünf Euro überweisen. Das Gute: Wichtig ist nicht die Höhe des Geldbeitrages, sondern, dass möglichst viele Menschen das Projekt unterstützen. Und: Landet Zeik nicht unter den besten 20 Projekten, wird das Geld den Unterstützern zurück überwiesen.

Weitere Informationen

Alle Informationen zum Projekt und zur Unterstützung finden Sie hier.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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