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Kieler Genossen stehen vor Zerreißprobe

SPD-Kandidatenkür Kieler Genossen stehen vor Zerreißprobe

Je näher die endgültige Entscheidung für einen der vier Oberbürgermeister-Kandidaten rückt, desto deutlicher zeigt sich: Der Kieler SPD droht eine Zerreißprobe. Bei der OB-Wahl steht sehr viel für sie auf dem Spiel.

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Die OB-Kandidaten der Kieler SPD (von links) Jan Christian Kaack, Susanne Gaschke, Thomas Engel und Manuela Söller-Winkler stellen sich am Dienstag, 7. August 2012, in Gaarden vor.

Quelle: Eisenkrätzer

Kiel. Die „Zeit“-Redakteurin Susanne Gaschke (45), seit dem Abitur in der SPD, die Landeswahlleiterin Manuela Söller-Winkler (50), gerade erst in die Partei eingetreten, der Marine-Offizier Jan Christian Kaack (49, parteilos) und der Leitende Beamte Thomas Engel (54) aus dem Bildungsministerium, langjähriges Parteimitglied – ihre Profile könnten kaum unterschiedlicher ausfallen, so dass die Genossen am Sonnabend bei der Kür durch eine Mitgliederversammlung eine spannende, aber auch besonders schwere Wahl zu treffen haben. Während Söller-Winkler und Kaack mit ihrer Verwaltungs- und Führungskompetenz für sich werben, setzt Engel auch auf seine lange Parteizugehörigkeit. Susanne Gaschke, Frau des Kieler SPD-Bundestagsabgeordneten Hans-Peter Bartels, punktet dagegen mit ihrer guten Vernetzung in der Partei und ihrem Willen, das Amt politisch zu führen.

Zeit-Redakteurin Susanne Gaschke gehört der SPD seit 25 Jahren an.

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Selten war die Unsicherheit so groß und das Rennen so offen – mit einer Ausnahme: Nach dem von der Kieler SPD als Debakel empfundenen Sieg von Angelika Volquartz (CDU) 2003 als OB werden den Männern kaum Chancen eingeräumt. Doch welche der Frauen könnte bei der Direktwahl am 28. Oktober auch über die Parteigrenzen hinaus die meisten Stimmen holen, vor allem gegen den härtesten Konkurrenten, den ehemaligen Stadtrat Gert Meyer (CDU)? Der vereint nämlich beides: Erfahrung mit Spitzenämtern in Partei und Rathaus.

Die unterschiedlichen Unterstützer-Gruppen haben sich bereits hinter ihren Favoritinnen versammelt: Die Jusos erklärten Susanne Gaschke zur besten OB-Kandidatin. Sie bringe durch ihre kommunikativen Fähigkeiten entscheidende Kompetenzen für das politische Amt mit. Für Söller-Winkler sind dagegen offenbar die Parteispitzen von Land und Kreis. Auch Ministerpräsident und Ex-Amtsinhaber Torsten Albig (SPD), der die Ost-Vorstellungsrunde verfolgte, hatte die Juristin im Vorfeld ungewöhnlich offen als profilierteste Verwaltungsexpertin in Norddeutschland gelobt.

Für die Kieler SPD steckt die Suche nach Oberbürgermeister-Kandidaten voller Überraschungen. Zum ersten Mal treten mit Susanne Gaschke und Manuela Söller-Winkler zwei Frauen gegeneinander an. Es wird spannend am 11. August, wenn die Partei ihre Kandidatin kürt.

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Erschwerend für die SPD kommt hinzu, dass der grüne Kooperationspartner mit Landes fraktions vize Andreas Tietze einen eigenen Kandidaten aufstellt statt wie 2009 zu verzichten, um Albig zu unterstützen. Verlöre angesichts dieser schwierigen Gemengelage die SPD in ihrer Hochburg Kiel das OB-Amt, wäre das ein schlechtes Omen für die Kommunalwahl nur wenige Monate später.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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SPD-Kandidatenkür
Die Kandidaten der SPD Kiel für das Amt des Kieler Oberbürgermeisters bei der Vorstellungsrunde in der Ricarda-Huch-Schule (von links): Susanne Gaschke, Jan Christian Kaack, Thomas Engel und Manuela Söller-Winkler.

Nach dem Testlauf vor dem Wiker SPD-Ortsverein ging es für die SPD-Kandidaten zur Oberbürgermeister-Direktwahl am Freitagabend ans Eingemachte. In der Mensa der Ricarda-Huch-Schule stellten sie sich der ersten öffentlichen Vorstellungsrunde – sachlich, ohne Seitenhiebe auf die Mitbewerber und mit einem Bekenntnis zu Kiel.

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