17 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Kieler Grüne unterstützen Gaschke

OB-Stichwahl Kieler Grüne unterstützen Gaschke

Rückenwind für Susanne Gaschke: Die Kieler Grünen unterstützen die SPD-Kandidatin für das Oberbürgermeisteramt. Eine Kreismitgliederversammlung beschloss am Dienstagabend ohne Gegenstimme eine entsprechende Wahlempfehlung für die Stichwahl am 11. November. Dort tritt die 45-Jährige gegen Gert Meyer (CDU) an.

Voriger Artikel
Wird Solarstrom zur Last?
Nächster Artikel
Studie macht Naturfreunde giftig

"Ist das nicht der Münte?" Ja, er war es. SPD-Urgestein Frantz Müntefering nutzte einen Auftritt in Schwentinental für einen Abstecher in die Kieler Fußgängerzone, um seine Parteifreundin Susanne Gaschke im Wahlkamprf um die Stichwahl zum Oberbürgermeister zu unterstützen. Auch Aline Winkelmann (Mitte) ließ sich von dem Poltiker ansprechen und versprach, "brav zur Wahl zu gehen".

Quelle: Rainer Pregla

Kiel. Der Aufruf an die Grünen-Wähler und die etwa 330 Mitglieder, ihre Stimme für die Journalistin abzugeben, kommt nach dem Ausscheiden des grünen OB-Kandidaten Andreas Tietze nicht überraschend. Wie auch auf Landesebene bilden die Grünen im Kieler Rathaus mit SPD und SSW die Mehrheit. Diese seit 2008 bestehende Dänen-Ampel feiern beide Parteien immer wieder als Erfolgsmodell.
Nach Gesprächen mit der SPD-Spitze und der Kandidatin begründeten Kreisvorsitzender Willi Voigt und Fraktionschefin Katja Günther ihren Antrag auf Wahlempfehlung mit einer Art Sofort-Arbeitsprogramm für Susanne Gaschke. Da sie erst im Januar ihr OB-Amt antreten könne und die Kommunalwahl bereits im Mai anstehe, müsse man mit den verabredeten Punkten im realistischen Rahmen bleiben, erklärte Voigt. Danach soll Gaschke mehr Druck machen, um die Umsetzung der Stadtregionalbahn, die Planungen für ein modernes Gaskraftwerksmodell, die Zusammenarbeit mit den Hochschulen und der Kreativwirtschaft voranzutreiben und den Zugriff auf freiwerdende Bundeswehrflächen zu beschleunigen. Zu Chefsachen sollen auch die Verhandlungen mit dem Land um mehr Flexibilität bei der Haushaltsgenehmigung, die Stärkung der Sozialräume sowie der Bürgerbeteiligung werden.
Unterdessen flirtet auch die Kieler CDU mit den Grünen-Wählern – vor einigen Jahren bestand in der Ratsversammlung eine schwarz-grüne Kooperation. „Finanzielle Solidität ist unserem Kandidaten Gert Meyer genauso wichtig wie die Umwelt und eine ökologische Stadt“, sagte der Kreis-Parteichef Thomas Stritzl. Diese politische Ausrichtung spreche nicht nur klassische CDU- und FDP-Wähler an, sondern auch Menschen, die ihr Kreuz sonst eher bei den Grünen setzen. Darüber hinaus wende man sich bis zur Stichwahl „an die große Partei der Nichtwähler“ und kämpfe um jede Stimme. Die SPD habe „offensichtlich ein Problem mit der Mobilisierung in ihren Hochburgen auf dem Ostufer. Wir setzen jetzt auf die Botschaft, dass auch ein CDU-Kandidat in Kiel Oberbürgermeister werden kann und es sich schon deshalb lohnt, an die Wahlurnen zu gehen.“
 
Am Montagabend hatte der CDU-Kreisverbandsausschuss im Hotel Maritim über das weitere Vorgehen beraten. Nach Angaben von Stritzl will die Partei den Wahlkampf mit zusätzlichen finanziellen Mitteln befördern, weil unter anderem Plakate umgestaltet werden müssen. Üblich seien dafür sonst hauptsächlich Spenden. Eine konkrete Summe konnte er noch nicht nennen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

Mehr zum Artikel
OB-Stichwahl

Der OB-Wahlkampf in Kiel geht in die Verlängerung. Am Tag nach der Vorentscheidung blicken die Kandidaten Susanne Gaschke (SPD) und Gert Meyer (CDU) auf den 11. November. Umworben werden jetzt die Wähler der Grünen, die entscheidend sein könnten.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr