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Viruserkrankung auf der Aidavita

Kieler Hafen Viruserkrankung auf der Aidavita

Der Kieler Hafen bereitet sich auf die Abfertigung eines Kreuzfahrtschiffes mit einer Viruserkrankung vor. Wie die Stadt Kiel bestätigte, wurde das Gesundheitsamt über Fälle einer Magen-Darm-Erkrankung auf dem Schiff „Aidavita“ informiert.

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Das 202 Meter lange Kreuzfahrtschiff war am 7. Mai mit über 1000 Passagieren von Kiel aus zu einer 14-tägigen Ostseereise gestartet.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Das 202 Meter lange Kreuzfahrtschiff war am 7. Mai mit über 1000 Passagieren von Kiel aus zu einer 14-tägigen Ostseereise gestartet. Im Verlauf dieser Reise kam es an Bord zu Krankheitsfällen, deren Symptome auf einen Norovirus hindeuten. Die erkrankten Passagiere wurden sämtlich an Bord versorgt und konnten die Reise forstsetzen. „Ausschiffungen hat es keine gegeben“, sagt Hansjörg Kunze, Sprecher der Reederei Aida Cruises.  Den Fall meldete die Reederei Aida auch bereits vor Tagen an die Landeshauptstadt Kiel, da hier am Sonnabend der nächste Reisewechsel erfolgt.

Die Stadt Kiel bestätigte, dass sie seit Tagen mit der Reederei in Kontakt steht und Maßnahmen für die Abfertigung am Ostseekai vorbereitet hat. Nach Rücksprache mit dem Schiffsarzt geht der Hafenärztliche Dienst von fünf bis sechs Passagieren mit Krankheitssymptomen aus. Am Freitag war ein Passagier an Bord neu erkrankt. Nach der Schiffsbegehung des Hafenärztlichen Dienstes werden alle erkrankten Passagiere zum Schluss das Schiff verlassen und die Heimreise antreten. Alle anderen Passagiere sollen nach dem Einlaufen am Sonnabend ab 7 Uhr ausgeschifft werden. Um 10 Uhr sollen die letzten Passagiere von Bord sein. Danach werden innerhalb von vier Stunden Schiff und Terminal desinfiziert und von der Hafenärztin Dr. Angela Wencke inspziert.

Wenn alles planmäßig verläuft, sollen gegen 14 Uhr die neuen Passagiere für die nächste Reise eingeschifft werden. Nach dem derzeitigem Stand soll die „Aidavita“ am Abend gegen 18 Uhr zur nächsten Fahrt durch die Ostsee auslaufen. Magen-Darm-Infektionen an Bord von Kreuzfahrtschiffen sind aus Sicht der Ärztin weder an Land noch an Bord selten und nicht als gesundheitliche Notlage zu werten. „Dies kommt immer mal wieder vor. Im aktuellen Fall stand das Gesundheitsamt seit Tagen im engen Kontakt mit Schiff und Reederei. Die Zusammenarbeit war hervorragend und die Begehung ist für uns eine Routinemaßnahme“, sagt die Ärztin. „Wir waren die ganze Zeit über in engem Kontakt mit den Behörden in Kiel“, sagt Reederei-Sprecher Hansjörg Kunze auf Nachfrage. Eine genaue Zahl der Erkrankten wird nicht angegeben. Sie sei auch unklar, da sich möglicherweise aufgrund des unterschiedlichen Krankheitsverlaufs auch nicht alle betroffenen Passagiere beim Schiffsarzt gemeldet haben.

Die Erkrankungen von Passagieren mit dem Norovirus muss gemeldet werden, wenn mehr als zwei Prozent der Passagiere über Sympthome klagen. So ist auch bereits mehrmals die „Queen Mary 2“ befallen gewesen. In Kiel hatte es zuletzt 2002 einen Fall auf einem Kreuzfahrtschiff mit einem Noro-Virus gegeben. Damals waren 100 von 400 Passagieren des ehemaligen Fernseh-Traumschiffs „Berlin“ erkrankt. EInige der Urlauber mussten damals sogar in Krankenhäuser eingeliefert werden. Die „Berlin“ musste die Reise auf halber Strecke abbrechen und zurück nach Kiel fahren. Derartige Ausmaße hat die Situation auf der „Aidavita“ nicht. Die Ursache für die Krankheit auf der „Aidavita“ ist ebenfalls noch unklar. „Fast immer werden derartige Erkrankungen durch Viren ausgelöst, die von außen ins Schiff getragen werden“, sagt Kunze. Aus diesem Grund müssen Passagiere inzwischen auch bei Antritt einer Reise noch im Terminal einen Fragebogen zu möglichen Vorerkrankungen ausfüllen und auch unterschreiben.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Trotz Norovirus-Verdacht
Foto: Abfertigung anders als gewohnt: Auf der "Aidavita", die am Sonnabend in Kiel festmachte, herrschte Norovirus-Verdacht.

In Kiel gehören Abfertigungen von Kreuzfahrtschiffen zur Routine. Doch der Passagierwechsel am Sonnabend auf der „Aidavita“ lief anders als gewohnt. Auf einer 14-tägigen Ostseereise waren mehrere Krankheitsfälle aufgetreten, deren Symptome auf Norovirus hindeuteten. Doch im Hafen verlief alles nach Plan.

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