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Innenstadt eine der besten Lagen

Kieler Immobilienpreise Innenstadt eine der besten Lagen

Wohnimmobilien in Kiel werden großenteils knapper – und teurer. Das zeigen die aktuellen Daten des bei der Stadt angesiedelten Gutachterausschusses für Grundstückswerte.

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Beste Lage, beste Preise: Diese Gleichung geht nach wie vor auf. Das gilt wie hier zum Beispiel bei diesen Wohnungen in Düsternbrook mit Blick auf die Förde.

Quelle: Christoph Jürgensen

Kiel. Bei Eigentumswohnungen stiegen die Preise allein im Vorjahresvergleich um bis zu zehn Prozent. Vergleichsweise neue Einfamilienhäuser kommen so gut wie gar nicht erst auf den Kieler Immobilienmarkt.

Aus Sicht des Ausschussvorsitzenden Wolfgang Plaga sind die Preissteigerungen insbesondere für Eigentumswohnungen, die mit einem Anteil von 56 Prozent aller Kieler Immobilien-Transaktionen den Markt dominieren, „ungewöhnlich und deutlich“. Als Grund dafür liege die Vermutung nahe, dass angesichts geringer Renditen auf den Finanzmärkten Immobilien als Anlagemöglichkeit immer attraktiver würden.

 Noch deutlicher wird die Preissteigerung für Eigentumswohnungen mit Blick auf größere Zeiträume. Seit 2010 kletterten die Preise je nach Lage durchschnittlich um 35 Prozent. Bei „sehr einfachen Lagen“ beispielsweise in Gaarden-Ost oder Mettenhof fiel die Preissteigerung mit rund 25 Prozent nicht ganz so stark aus. Besonders teuer, weil besonders begehrt seien Wohnungen mit Nähe oder gar Blick zum Wasser beispielsweise in Schilksee, Holtenau oder Düsternbrook. Dafür seien durchschnittlich um bis zu 40 Prozent höhere Kaufpreise erzielt worden als für Eigentumswohnungen ohne eine Nähe zum Wasser.

 Zu weiteren „Gewinnern“ dieser Entwicklung zählt insbesondere die Innenstadt, die jetzt als „stark gehobene Lage“ gleichauf mit dem Nobelquartier Düsternbrook rangiert. Einen Lage-Abstieg registrierte der Ausschuss hingegen im Stadtteil Wellsee, der von einer mittleren nun in die Kategorie „einfache“ Lage heruntergestuft wurde. Eine Erklärung dafür hatte Plaga nicht. „Wir werten nur die Daten der jährlich etwa 2000 bis 2500 Kaufverträge aus, Ursachenforschung für Preisentwicklung betreiben wir keine.“

 Insgesamt ging die Zahl der Immobilienkaufverträge zwar von 2399 (im Jahr 2013) auf 2002 (2014) zurück, lag damit aber höher als der Wert von 2012 mit 1901 Kaufverträgen. Den Rückgang erklärte Plage mit der ab 2014 in Kraft getretenen Erhöhung der Grunderwerbssteuer von 3,5 auf 6,5 Prozent. Dies habe 2013 zu einem Rekordwert beim Immobilienerwerb geführt, um die höheren Steuern zu vermeiden. Obwohl weniger Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser verkauft wurden als im vergangenen Jahr, sanken die dabei erzielten Umsätze jedoch nicht im gleichen Verhältnis. „Daraus kann man insbesondere durchaus eine Preissteigerung ableiten, die je nach Art und Lage des Häuser unterschiedlich hoch ausfällt.“

 So stieg der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Grundstücke mit Doppel- oder Reihenendhausbebauung (Baujahr 1990 bis 2001) im Vorjahresvergleich von 1825 auf aktuell 2125 Euro. Bei Grundstücken mit freistehender Einfamilienhausbebauung der gleichen Baujahre konnten für 2013 und 2014 erst gar keine Daten erhoben werden, weil dem Ausschuss weniger als drei Kauffälle gemeldet wurden. Plaga: „Das zeigt, dass solche freistehenden Häuser derzeit so gut wie gar nicht auf dem Markt sind.“

 

 Der von städtischen Weisungen unabhängige Gutachterausschuss stellt seine Daten Finanzbehörden, Sachverständigen aber auch Bürgern bei Kauf- oder Verkaufswünschen von Immobilien gegen eine Gebühr von 25 Euro zur Verfügung. Infos dazu unter: www. gutachterausschuss-kiel.de

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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