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„Kunden wollen da hin, wo es schön ist“

Innenstadt „Kunden wollen da hin, wo es schön ist“

Die Berichte der Kieler Nachrichten über die angespannte Lage im Einzelhandel der Kieler Innenstadt schlugen nicht nur bei Lesern, sondern auch bei einigen Kaufleuten hohe Wellen.

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Trotz Leerstand und Passanten-Rückgang bleibt Uwe König optimistisch. „Wenn künftig wieder mehr Menschen in der Innenstadt wohnen, wird dies zu einer Innenstadtbelebung führen“, hofft der Geschäftsführer des Förderkreises Kieler Altstadt.

Quelle: Frank Peter

Kiel. So wehren sich Händler gegen eine aus ihrer Sicht pauschale Abwertung insbesondere des Bereichs der oberen Holstenstraße im Umfeld des Nordlicht-Geschäftshauses. Tenor ihrer Stellungnahmen: Die geschäftliche Situation dort sei besser als ihr Ruf.

 „Hier geht nichts bergab“, betont beispielsweise der Geschäftsführer von „Cup&Cino“ im Nordlicht, Meik Ehlers. Ganz im Gegenteil erwirtschafte er in seinem Lokal mit bester Aussicht auf den Bootshafen seit 2012 von Jahr zu Jahr mehr Umsatz. Dass in dem Geschäftshaus „nicht alles optimal laufe“, sei zwar korrekt. Allerdings verleiteten negative Presseberichte die Bevölkerung immer mehr dazu, ihre Einkäufe auf „der Grünen Wiese“ zu erledigen.

 „Wir brauchen positive Berichterstattung“, glaubt auch der Inhaber des Herrenausstatter-Geschäftes „Kelly’s“ in der Dänischen Straße, Michael Rieckhof: „Kunden wollen da hin, wo es schön ist, wo was los ist, wo andere auch kaufen wollen, wo sie ein attraktives Sortiment vorfinden.“ Ob das in der Innenstadt überall so sei, wollte Rieckhof zwar „mal dahingestellt sein lassen“. Trotzdem kenne er viele Geschäftsinhaber, die gerade in den vergangenen Jahren gute Entwicklungen verzeichnen konnten. Dies gelte im übrigen auch für sein Geschäft.

 Trotz unbestreitbarer Defizite bei Nordlicht müsse man sich grundsätzlich über die Existenz des Geschäftshauses freuen. „Sonst wäre das ehemalige Karstadt-Areal heute ja eine innerstädtische Brache.“ Außerdem sei es immerhin gelungen, ein Einkaufszentrum mit Vollsortiment an dieser Stelle zu verhindern. Die realisierte Konzeption von Nordlicht als Geschäftshaus eröffne zumindest die Chance, dass Kunden im Anschluss an ihre Einkäufe dort auch noch benachbarte Läden der Innenstadt ansteuerten. Die auch von Lesern häufig vorgebrachte Kritik, potenzielle Kunden mieden die Innenstadt unter anderem deshalb, weil es dort so gut wie keine kostenfreien Parkplätze gebe, hält Rieckhof für verfehlt. Wer beispielsweise in Hamburg einkaufe, nehme die in Parkhäusern fälligen Gebühren ja auch in aller Regel klaglos hin: „Wenn das Angebot interessant genug ist, spielen Parkgebühren überhaupt keine Rolle.“

 Warenvielfalt und Geschäftsbesatz sind nach Einschätzung von Uwe König zumindest in der oberen Holstenstraße gut. „An anderen Abschnitten der Straße kann man davon nur träumen“, meint der Geschäftsführer des Förderkreises Kieler Altstadt. Zudem sorgten 54 engagierte Mitglieder des Vereins dafür, den Standort hoch zu halten: „Allein in die Weihnachtsbeleuchtung investieren wir in diesem Jahr 14000 Euro.“

 Dennoch bestreitet Uwe König die grundsätzlichen Probleme wie den seit Jahren beklagte Leerstand von Ladenlokalen und rückläufige Kundenzahlen nicht. „Aber ich bin ziemlich optimistisch, dass sich das bald ändert, wenn nach Fertigstellung aller großen Wohnungsbauprojekte wie zum Beispiel dem Schlossquartier wieder mehr Menschen in der Innenstadt leben.“ Ähnlich belebende Effekte seien künftig auch vom Holstenfleet zu erwarten. Trotz optimistisch stimmender Perspektiven überkommt den Förderkreis-Geschäftsführer nach wie vor der Zorn, wenn er beispielsweise die Kundenströme im Citti-Park beobachtet: „Etwa 70 Prozent der Kunden dort gehen der Innenstadt verloren. Deshalb war die Genehmigung des Centers durch die Stadt damals falsch. Diese Entscheidung schadet der Innenstadt nach wie vor massiv. Das ist einfach Fakt.“

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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Schon vor zwei Jahren sollte das Nordlicht-Geschäftshaus in Kiel im wörtlichen Sinn heller strahlen. Doch umgesetzt wurde das „Revitalisierungskonzept“ im seit seiner Fertigstellung Ende 2012 viel kritisierten Gebäude am ehemaligen Karstadt-Standort in der Holstenstraße immer noch nicht.

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