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Aufstockung des Vereinsheims ist vom Tisch

Kieler Kanu Klub Aufstockung des Vereinsheims ist vom Tisch

Seit fast drei Jahren schwelt der Streit zwischen Stadt und dem Kieler Kanu Klub (KKK), der einen Teil der Dachfläche seines Vereinsheims an der Kiellinie um etwa drei Meter aufstocken will. Das wiederum lehnt die Stadt ab und bekam dafür jetzt offenbar Rückenwind vom Oberverwaltungsgericht (OVG) in Schleswig.

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Etwa drei Meter hoch soll die Aufstockung des aus dieser Sicht linken Teils auf dem Vereinsheim des Kieler Kanu Klubs an der Kiellinie werden. Die Stadt will das verhindern, weil dadurch unter anderem die Sichtachse von dahinter liegenden Gebäuden in Richtung Förde verstellt würden.

Quelle: Frank Peter

Kiel. „Die Aufstockung ist vom Tisch“, bestätigte Kiels Baudezernent Peter Todeskino das Ergebnis einer mündlichen Verhandlung vor dem OVG auf Nachfrage. Dabei ging es um die Frage, ob der Einspruch des KKK gegen eine von der Stadt verhängte Veränderungssperre rechtens ist oder nicht. Dem Bauausschuss hatte Todeskino zuerst mitgeteilt, dass das Gericht den Einspruch-Antrag des Vereins abgelehnt und damit die Auffassung der Verwaltung und den Ratsbeschluss zum entsprechenden Bebauungsplan bestätigt habe.

 Wenn die schriftliche Begründung des Gerichtes in den nächsten Wochen vorliege, werde die Verwaltung den Bebauungsplan „zur Rechtskraft bringen“, erklärte der Dezernent, der sich in seiner Ablehnung der Aufstockungspläne nun juristisch bestätigt fühlt: Eine vom Verein angestrebte Gebäudeaufstockung hätte zu einer „deutlichen Verschlechterung der städtebaulichen Situation mit Vorbildwirkung für andere Eigentümer im Bereich der Kiellinie geführt“.

 Diese Verschlechterung werde der Bebauungsplan nun „wirksam verhindern“. Die Verwaltung habe bei der Beurteilung auch nachbarliche Belange berücksichtigt. Die Verwaltung steht nach der Entscheidung des Gerichts „natürlich zur Verfügung“, um mit dem Verein die Konsequenzen aus dem Urteil zu besprechen.

Vereinsspitze fühlt sich überrumpelt

 Die Vereinsspitze fühlt sich jedoch überrumpelt: „Wir sind äußerst überrascht, dass Herr Todeskino über ein Urteil öffentlich berichtet, das noch gar nicht gefällt wurde“, kommentiert die zweite Vorsitzende des KKK, Astrid Becker, die Äußerungen des Dezernenten. Dem Verein lägen jedenfalls noch keine Informationen zu einem Urteilsspruch vor. Angaben zu weiteren Vorgehen des Vereins könnten deshalb erst bei Vorlage der Begründung erfolgen. Das „vorpreschende Verhalten“ Todeskinos erleichtere das „schwierige Verhältnis“ zu den städtischen Ämtern jedenfalls nicht.

 Nach Angaben des KKK habe das Stadtplanungsamt den Sportvereinen an der Kiellinie im Bebauungsplan als Erweiterungsmöglichkeit nur „schnöde Bretterbuden“ zugestanden, die dazu noch auf der Zuwegung zu den Nachbarvereinen platziert seien. „Das ist aus unserer Sicht im besonders zu schützenden öffentlichen Stadtbereich nicht angemessen.“ Der Untergrund für mögliche Anbauten sei vor Jahrzehnten mit Kriegsschutt aufgefüllt worden und durch notwendige Gründungsmaßnahmen und Beseitigung eventuell noch vorhandener Kriegsmunition für gemeinnützige Sportvereine nicht mit vertretbaren Kosten zu bebauen, argumentiert der Verein.

 Wie berichtet, benötigt der KKK weitere Flächen, etwa für Schulungen oder Gruppentreffen. Die von der Stadt vorgeschlagene horizontale Erweiterung hätte aus Sicht des Vereins jedoch einen Raumverlust für verpachtete Flächen und damit nicht verkraftbare finanzielle Einbußen zur Folge.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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