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THW versorgt durstige Lotsen mit Frischwasser

Leuchtturm THW versorgt durstige Lotsen mit Frischwasser

Der Kieler Leuchtturm, auf dem rund um die Uhr Seelotsen im Bereitschaftdienst sind, hat keine Wasserleitung. Deswegen muss der Turm mit Frischwasser per Schiff versorgt werden. Dieses Jahr musste dafür sogar das Technische Hilfswerk anrücken.

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Mit einem Tankcontainer wurde das Frischwasser aus Kiel zum Leuchtturm in die Kieler Bucht gebracht. Das Technische Hilfswerk übernahm das Umpumpen des Wassers aus dem Container auf den Leuchtturm.

Quelle: THW

Kiel. Der Kieler Leuchtturm ist der erste Wegweiser für die Kapitäne auf dem Weg von der Ostsee nach Kiel. Rund um die Uhr sind auf dem Turm Seelotsen in Bereitschaft – und das seit einem halben Jahrhundert. Auf eines haben die Konstrukteure beim Bau des Turms vor 50 Jahren aber verzichtet: Es gibt keine Wasserleitung zum Turm. Also sind regelmäßige Versorgungsfahrten nötig. Früher übernahmen das die Wassertanker oder spezielle Tonnenleger mit Wassertanks.

 Das ist jedoch Geschichte – den Lotsen droht ein Wassermangel. Da auch das Mehrzweckschiff „Scharhörn“ zurzeit kein Frischwasser in seinen bordeigenen Tanks transportieren darf, musste jetzt das Technische Hilfswerk anrücken. Die ehrenamtlichen Helfer übernahmen die Aufgabe, die Wasserration für die kommenden vier bis sechs Wochen zu den Lotsen zu bringen. „Das ist eine hervorragende Möglichkeit zur Übung. Unsere Fachgruppe ist dafür ausgebildet und macht so etwas auch bei Notlagen“, sagt THW-Sprecher Claus Döpper.

 Das Mehrzweckschiff „Scharhörn“ kam dafür am Sonnabend zum Tonnenhof nach Kiel-Holtenau und übernahm dort einen Tankcontainer für Lebensmitteltransporte. Der Behälter hatte 25000 Liter bestes Frischwasser geladen. Zusätzlich stiegen vier THW-Helfer der Fachgruppe Trinkwasserversorgung vom Ortsverband Itzehoe auf das Mehrzweckschiff. Die Helfer hatten dafür auch ihr Gerät mitgebracht. Dazu gehörten zwei Trinkwasserpumpen und mehrere Meter Schlauch sowie die entsprechenden Anschluss-Stücke. Für die sogenannte „Berkefeld“-Trinkwasserpumpe des THW-Ortsverbandes war die Seefahrt zum Leuchtturm außerdem eine Premiere, da diese Pumpe erst vor wenigen Wochen in Dienst gestellt worden war. Zur Sicherheit wurde auch die ältere Pumpe mitgenommen. Nur als Reserve, wie der THW-Sprecher betonte. Beim Leuchtturm legte die „Scharhörn“ so an, dass der Tankcontainer relativ nah an dem Tankanschluss der Leuchtturminsel lag. Die THW-Helfer verlegten den Schlauch und schlossen die Pumpe an. Die 25000 Liter liefen binnen einer Stunde in den Tank der Leuchtturminsel. Schon im Laufe des Nachmittags hatte die Lotsenstation wieder Frischwasser. Danach brachte die „Scharhörn“ Crew und Ausrüstung wieder nach Kiel zum Tonnenhof zurück.

 Bei vielen Lotsen kamen bei der Wasserversorgungsfahrt Erinnerungen an einen anderen alten Leuchtturm-Brauch auf. Früher bekamen die Lotsen immer zum vierten Advent Besuch von der Bundesmarine. Eine Schnellbootbesatzung brachte ihnen dann hochprozentige Grüße in Flaschenform für die dunklen und kalten Winternächte. Mit dem Umzug der Schnellboote 1993 nach Warnemünde schlief aber auch diese Tradition ein.

 Die Trinkwasserversorgung der Lotsen auf dem Leuchtturm soll im nächsten Jahr neu geregelt werden. Wie Claudia Thoma von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt auf Anfrage mitteilte, wird an einer Lösung gearbeitet. „Es ist geplant, auf dem Turm eine Frischwasseraufbereitungsanlage zu installieren. Die Ausschreibung soll im nächsten Jahr veröffentlicht werden“, sagt Thoma. Die Anlage soll zum großen Jubiläum des Leuchtturms Kiel am 5. Juli 2017 einsatzbereit sein. An dem Tag jährt sich die Inbetriebnahme des einzigartigen Bauwerks mit seinem rotweißen Aluminium-Turm zum 50. Mal.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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