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Kolumbianische U-Boote reisen huckepack

Marinearsenal Kolumbianische U-Boote reisen huckepack

Eindrucksvolle Bilder gab es am Wochenende im Kieler Marinearsenal. Ein deutscher Schwergutfrachter hob zwei komplette und voll einsatzbereite U-Boote aus dem Wasser. Es ist der erste Teil der fast 5000 Seemeilen langen Reise der Boote von Kiel in die neue Heimat in Kolumbien.

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Zwei U-Boote wurden für ihren Weg nach Kolumbien aus dem Wasser gehoben.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Die Boote „Intrepido“ und „Indomable“ wurden von den Bordkranen des Frachters „BBC Sapphire“ komplett mit Ausrüstung aus dem Kieler Hafen gehoben und auf die Lukendeckel gehoben. Dort werden die Boote jetzt mitsamt ihren Halterungen festgeschweißt. Am Dienstag sollen die Reise der Boote mit Kurs auf Südamerika beginnen. Den Transport übernimmt der  Frachter „BBC Sapphire“ der Reederei BBC Chartering aus Leer. Das 2012 in China gebaute Schwergutschiff hat für derartige Güter zwei extra leistungsfähige Schwergutkräne. Damit können Güter bis zu einem Gewicht von 800 Tonnen umgeschlagen werden. Die jeweils rund 500 Tonnen schweren Boote waren für die Besatzung der „BBC Sapphire“ da nur eine leichte Herausforderung.

Mit der Verladung endet für die Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) der erste Teil des Kolumbien-Geschäfts.  Die Boote gehörten ursprünglich der deutschen Marine, wo sie bis 2010 unter den Namen „U 23“ und „U 24“ fast 35 Jahre im Einsatz waren. Sie  wurden im  August 2012 im Marinearsenal Kiel als „Intrepido“ und „Indomable“ an die Marine Kolumbiens übergeben. Danach hatte die Werft Thyssenkrupp Marine Systems den Auftrag bekommen, die Boote für den Einsatz in den Tropen auszurüsten.  Das südamerikanische Land hat bereits seit Jahren zwei U-Boote der Klasse 209 von der Kieler Werft HDW und soll  mit den beiden weiteren Booten seine Fähigkeiten bei der Bekämpfung des Drogenschmuggels und des Küstenschutzes erweitern.

Bei der Werftliegezeit in Kiel waren besonders die Klimatechnik und die Elektronik der U-Boote auf die Bedingungen in Kolumbien angepasst worden. Mit den 48 Meter langen U-Booten werden auch mehrere Container mit Ausrüstung für die Marine Kolumbiens geliefert. Diesen Transport übernimmt ebenfalls die „BBC Sapphire“.

Während der Verladung der „Intrepido“ am Sonntag gab es noch einen besonderen Moment bei der Kieler Werft. Das israelische U-Boot „Rahav“ startete zur ersten Fahrt mit israelischer Besatzung und unter israelischer Flagge. Das Boot war Ende Oktober an Israel ausgeliefert worden. Bis zum Jahresende absolviert die israelische Besatzung jetzt von Kiel aus mehrere Tests und Ausbildungsabschnitte mit dem Neubau. Das Boot für Israel hat einen Wert von fast 500 Millionen Euro. Die Überholung der Boote für Kolumbien hatte nach unbestätigten Informationen nur ein Volumen im unteren zweistelligen Millionen-Bereich. Während „U 23“ und „U 24“  jetzt als „Indomable“ und „Intrepido“  wieder zum Einsatz kommen, werden die deutschen Schwesterboote „U 16“ und „U 18“ im Kieler Marinearsenal als Ersatzteilspender vorgehalten. Ebenfalls im Marinearsenal liegt das zu dieser Klasse gehörende U-Boot „U 25“, das nach Ansprengversuchen in der Eckernförder Bucht ausrangiert wurde.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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