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Ab 2017 mit dem Seniorenticket sparen

Kieler Modellversuch Ab 2017 mit dem Seniorenticket sparen

Freie Fahrt für das Seniorenticket: Ab Anfang kommenden Jahres können Kieler ab 65 Jahren bis zu 25 Prozent günstiger als bisher mit dem Bus fahren. Einen entsprechenden Beschluss fällte die Ratsversammlung am Donnerstag mit überwältigender Mehrheit.

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Ziel erreicht: Vehement hatte sich Seniorenbeiratsmitglied Rainer Glüsing für das Seniorentickets eingesetzt.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Lediglich die FDP-Ratsfraktion, die „keine soziale Notwendigkeit“ in diesem Vorschlag der Verwaltung zu erkennen vermochte, stimmte gegen die Beschlussvorlage.

Wie berichtet, zahlen Senioren ab 65 Jahren mit Wohnsitz in Kiel künftig 36,75 statt bisher 49 Euro für das Monatsticket (Preisstufe II) in einem Jahresabo. Die zunächst vorgesehene Sperrfrist für die Seniorenticket-Nutzung von 16 bis 19 Uhr entfällt nach entsprechenden Einwänden des Seniorenbeirats zwar. Dafür gilt zumindest in der Hauptverkehrszeit an Werktagen zwischen 6 und 9 Uhr vormittags das Seniorenticket nicht. Dessen Geltungsbereich umfasst die Zone 4000, die auch Fahrten im Kreis Rendsburg/Eckernförde oder nach Kronshagen zulässt.

 Gekauft werden kann das Ticket ausschließlich bei der Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG). Sie prüft auch die Berechtigung des Antragsstellers wie Alter und Wohnsitz durch eine entsprechende Vorlage des Ausweises.

 Wie lange es ein solches Seniorenticket für Kieler geben wird, ist allerdings noch unklar. Bis auf weiteres bleibt der Kieler Modellversuch auf zwei Jahre befristet. Dies biete aus Sicht von Ratsherr Lutz Oschmann (Grüne) die Möglichkeit, das Projekt wieder zu beenden, falls die Kosten dafür aus dem Ruder laufen sollten. Denn bislang sind die finanziellen Folgen eines Seniorentickets noch nicht abschätzbar.

 Im ungünstigsten Fall, wenn alle 2805 älteren Monatskarten-Nutzer in den günstigeren Tarif wechselten, würde dies einen von der Stadt auszugleichenden Einnahmeverlust von rund 385000 Euro bedeuten. Andererseits rechnet Oschmann nach Einführung des Seniorentickets mit einer Kundensteigerung, die das Defizit nicht nur ausgleichen, sondern sogar zu Mehreinnahmen führen könne. So habe ein Plus von 1000 Seniorentickets jährliche Einnahmen von 450000 Euro zur Folge.

 Bei der Diskussion in der Ratsversammlung spielten aber nicht nur finanzielle Aspekte eine Rolle. „Das Seniorenticket kann dazu beitragen, die Teilhabe älterer Menschen am öffentlichen Leben deutlich zu steigern“, betonte SPD-Ratsherr Benjamin Raschke. Für die Stadt sei das dafür einzugehende finanzielle Risiko „überschaubar“. Auch CDU-Ratsfrau Erika Diehr hielt die Einführung des Tickets für gut und zielführend. Schließlich greife die Kooperation damit einen Vorschlag der CDU auf, den sie bereits im Februar 2014 unterbreitet habe, ohne damals auf Zustimmung der Mehrheitsfraktionen zu treffen. Im Rahmen einer Evaluation sei rechtzeitig zu prüfen, ob das Projekt erfolgreich verlaufe oder nicht.

 Nur FDP-Ratsfrau Christina Musculus-Stahnke hatte mit dem Seniorenticket nach eigenem Bekunden schon jetzt „ein Problem“: „Ich kann die Notwendigkeit dafür nicht erkennen.“ Es fehlten klare Indizien dafür, ob ein solches Ticket gewünscht und sinnvoll sei.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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