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Andrang beim verkaufsoffenen Sonntag

Kieler Umschlag Andrang beim verkaufsoffenen Sonntag

Am Sonnabend herrschte trübe Stimmung auf dem Kieler Umschlag. Am Sonntag ein völlig anderes Bild: dichtes Gedränge von der Dänischen Straße bis in den Sophienhof. Zu verdanken war das nicht nur der trockenen Witterung, sondern vor allem dem verkaufsoffenen Sonntag.

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Der verkaufsoffene Sonntag zum Kieler Umschlag hat Zehntausende angelockt.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Zum Umschlag hingegen hagelte es kritische Stimmen.

Die Handwerker auf dem Rathausplatz mühen sich redlich. Zum Beispiel Mario Rometti von der Vereinigung der rechtschaffenen fremden Zimmerer- und Schieferdeckergesellen. Der 22-Jährige hat sich extra von seinem Arbeitgeber in Heide freigeben lassen, um in Kiel zu demonstrieren, wie mit Bundaxt und Breitbeil aus einem ungleichmäßigen Baumstamm ein ordentlicher Balken wird. Rometti arbeitet mit präzisen Schlägen, die Späne fliegen, Besucher schauen beeindruckt. Eine Frau füllt zwei große Einkaufstaschen mit den Spänen und freut sich: „Prima Anmachholz für meinen Kaminofen.“

Eine andere Frau zieht ihren Mann am Ärmel: „Komm weiter, da hinten ist mehr los.“ Kein Einzelfall. Immer wieder beklagen Besucher, dass das angekündigte historische Zeltlager vor dem Rathaus vor allem aus Zelten besteht, in denen nichts passiert. Kritik gibt es auch in den sozialen Netzwerken. Monika Matzken etwa schreibt. „Der Kieler Umschlag ist dieses Jahr ein Witz. Kaum noch mittelalterliche Stände. Wo sind die alle? So macht das keinen Spaß.“ Typisch ist auch die Aussage von Kevin Ste: „Ich finde es traurig, dass unsere Stadt sowenig für ein solches Fest hergibt!“

Hier finden Sie Fotos vom verkaufsoffenen Sonntag in Kiel vom März 2016.

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Dass die Grundstimmung in der Stadt dennoch positiv ist, liegt an der Mittelalter-Projektgruppe „Fogelvrei“ auf dem Alten Markt – und am verkaufsoffenen Sonntag. Viele Menschen sind dafür extra aus dem Umland gekommen. Karl und Ute Peters aus Neumünster haben sich erst mit neuen Gartenmöbeln bei Ikea eingedeckt, dann im Citti-Park ihren Lebensmitteleinkauf abgearbeitet und schlendern nun von Geschäft zu Geschäft. „Danach probieren wir das neue Café Blattgold an der Holtenauer Straße aus, dann haben sich die Benzinkosten wirklich gelohnt.“

Auch Silke und Uwe Bielenberg sind extra aus Gettorf zum Einkaufsbummel nach Kiel gekommen. „Wir sind beide berufstätig. Da ist ein verkaufsoffener Sonntag ideal, um zusammen in aller Ruhe einzukaufen“, findet das Ehepaar, „für uns könnte es jeden Monat solch einen Sonntag geben.“ Insgesamt bestätigen die Geschäfte eine deutlich höhere Frequenz als an Wochentagen. „Ob sich das auch im Umsatz niederschlägt, muss noch abgefragt werden. Aber der Anblick der vielen Einkaufstüten spricht dafür“, sagt Sophie Dukat, Center-Managerin im Sophienhof.

Neben dem Umschlag erweist sich auch die neue Kieler Sprotten-Karte als Magnet. Zum Start der Vorteilskarte, bei der man sich bei jedem Einkauf Sprotten sammelt und diese für diverse Vorteile einsetzen kann, kann man sich kostenlose Startguthaben gutschreiben lassen. Das nutzen viele Kunden – vor allem vor den Kieler Stadtwerken bildet sich einen lange Warteschlange von „Sprottenfängern“.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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