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23 Millionen für die Spitzenforschung

Uni Kiel 23 Millionen für die Spitzenforschung

In der Christian-Albrechts-Universität dürften die Sektkorken knallen: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligte zwei neue Sonderforschungsbereiche in Kiel, verbunden mit einer Förderung von zusammen 23 Millionen Euro für vier Jahre.

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Professoren am Steingrab: Johannes Müller und Wiebke Kirleis erforschen die Umwelt-Mensch-Wechselwirkungen in prähistorischen und archaischen Gesellschaften.

Quelle: CAU

Kiel. Diese Nachricht sorgte nicht nur in den betroffenen Forschungsbereichen, der Archäologie und der Medizin sowie der Materialwirtschaft, für große Freude, sie ist auch für die gesamte Hochschule von großer Bedeutung: „Es sind zwei riesige Meilensteine in Richtung Exzellenzuniversität und bis zu 50 neue Arbeitsplätze für Kiel“, befand Uni-Sprecher Boris Pawlowski.

Ihm zufolge wird in den kommenden Tagen innerhalb der Universität intensiv diskutiert, wie man sich für die nächste Förderperiode der Exzellenzcluster und der dann folgenden Vergabe des Prädikats Exzellenzuniversität bewerben will. „Mit diesen Sonderforschungsbereichen haben wir für die Exzellenzinitiative eine gute Grundlage geschaffen“, sagte Pawlowski.

Erster kulturwissenschaftlicher Antrag seit 25 Jahren

Bundesweit vergab die Deutsche Forschungsgemeinschaft am Mittwoch 20 neue Sonderforschungsbereiche an Universitäten mit einer Gesamtfördersumme von 174 Millionen Euro. Von den 23 Millionen Euro, die direkt in die Kieler Forschung gehen, erhält das archäologische Projekt „Transformationsdimensionen“ zwölf Millionen Euro: Bisher ergründen 30 Forscher an acht Instituten die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt in der Ur- und Frühgeschichte.

Nun wollen sie die Übergangsprozesse von 15000 vor bis zum Beginn unserer Zeitrechnung genauer untersuchen. Jetzt können zahlreiche neue Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter, Ausgrabungen und Laboruntersuchungen finanziert werden. „Wir alle freuen uns riesig, dass sich unser Antrag als erster kulturwissenschaftlicher Antrag, der seit etwa 25 Jahren für die Universität Kiel genehmigt wurde, durchsetzen konnte“, sagte Projektsprecher Prof. Johannes Müller.

Für Uni-Präsident Prof. Lutz Kipp ist die millionenschwere Entscheidung für Kiel kein Zufall, sondern ein Beleg dafür, dass die interdisziplinäre Zusammenarbeit an der Universität Kiel inzwischen zu einem bundesweit anerkannten Markenzeichen geworden sei: „Insbesondere die enge Zusammenarbeit zwischen Geistes- und Naturwissenschaften zeigt, wie viel Potenzial in interdisziplinären Forschungsansätzen steckt.“ Damit werde der Forschungsschwerpunkt „Gesellschaft, Umwelt, Kultur im Wandel“ weiter gestärkt.

Verlängerungen sind auch möglich

Fächerübergreifende Kooperation ist auch eine Stärke des zweiten neuen Sonderforschungsbereichs. Hier stellt die DFG elf Millionen Euro für die Erforschung von Magnetfeldsensoren für die medizinische Diagnostik bereit. „Wir versprechen uns durch die stark interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Physik, Materialwissenschaft, Elektrotechnik und Medizin die Erforschung ganz neuartiger Magnetfeldsensorkonzepte, die speziell auf wissenschaftliche und diagnostische Fragestellungen in Neurologie und Kardiologie ausgelegt sind“, beschreibt Projektsprecher Prof. Eckhard Quandt die inhaltliche Zielsetzung. Und Lutz Kipp betont: „Diese neue interdisziplinäre Initiative stärkt damit spürbar unseren Forschungsschwerpunkt Nanowissenschaften und Oberflächenforschung.“

26 neue Jobs für Wissenschaftler sind für das Projekt geplant. Kern ihrer Arbeit ist die Aufzeichnung von Gehirn- und Herzströmen über deren Magnetfelder. Die Arbeit an hochempfindlichen Sensoren ist bereits seit Jahren ein Schwerpunkt der Kieler Nanoforschung. Nun erhoffen sich die Wissenschaftler, die Aufzeichnung von Gehirn- und Herzströmen über Magnetfelder zu verbessern. Dafür wollen sie neue Sensoren entwickeln, die zum Beispiel eingesetzt werden, um pathologische Hirnaktivität zu entdecken und damit Hirnareale zur Behandlung epileptischer Anfälle oder Parkinson-Symptome zu stimulieren.

Für ihre ehrgeizigen Ziele können die Wissenschaftler übrigens die hohen Fördersummen von je elf und zwölf Millionen Euro ab 1. Juli direkt für vier Jahre nutzen. Denn die DFG addiert noch eine 22-prozentige Pauschale, zusammen über fünf Millionen Euro, für indirekte Projektkosten, etwa für Raummiete und Verwaltungspersonal. Und in Aussicht steht, die Projektförderung noch zweimal um je vier Jahre verlängern zu lassen.

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