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Kieler Weihnachtsdorf - Fahrt in neue Sphären

Weihnachtsmärkte Kieler Weihnachtsdorf - Fahrt in neue Sphären

Das rund 90 Meter lange Drahtseil quer über dem Rathausplatz wirkt wie ein Symbol. Wenn darauf im neuen Weihnachtsdorf ab 21. November das Boot mit einem Weihnachtswichtel darin erstmals von vier Rentieren Richtung Rathausturm emporgezogen wird, ist das nicht nur eine artistische Leistung.

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Rentiere in Wartestellung: Ab dem 21. November soll diese Spezialanfertigung der Hingucker im neuen Weihnachtsdorf werden. Drei Mal am Tag wird ein Weihnachtswichtel in seinem (motorisierten) Schiff zum Rathausturm gezogen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Die Premiere des zusätzlichen Weihnachtsmarktes mit mehr als 50 Buden ist auch im übertragenen Sinn ein Drahtseilakt geschäftlicher Interessen. Besinnliche Vorweihnachtsfreude macht sich in diesen Tagen des Budenaufbaus offensichtlich nicht breit. Vor allem nicht auf dem Holstenplatz, dem zweiten großen Weihnachtsmarkt-Standort in diesem Jahr.

Otto Behnck macht ein sorgenvolles Gesicht, als er auf die Konkurrenz des Weihnachtsdorfes vor dem Rathaus angesprochen wird: „Soll sich doch jeder so gut behaupten, wie er kann“, sagt der Händler trotzig, der seine Lammfellwaren seit schon vielen Jahren auf dem traditionellen Holstenplatz-Weihnachtsmarkt anbietet. Dort fungiert die Stadt als Veranstalter.

Und die Händler dort wollen sich unbedingt gegen die Konkurrenz behaupten. Zum Beispiel mit einer Neuerung in diesem Jahr in Form einer computergesteuerten Lichtanlage, die die Bäume des Platzes in ständig wechselnde Farben taucht.

Neues Lichtkonzept am Holstenplatz

Im nächsten Jahr sollen die umgestalteten Buden mit neuem Lichtkonzept stehen. Was aber noch nicht stehe, sei die Finanzierung. „Eine mündliche Zusage der Stadt einer Komplettfinanzierung durch unsere Standgebühren gab es zwar, aber schriftlich haben wir das immer noch nicht.“ Hier pocht Otto Behnck auf Gleichbehandlung der Weihnachtsmarktkonkurrenten, aus eigener Kraft könnten die Händler die Attraktivitätssteigerung des städtischen Weihnachtsmarktes jedenfalls nicht stemmen.

Die Stadt Kiel erlässt den Veranstaltern des Weihnachtsdorfes (Grandezza Entertainment, Epa Events) zwei Jahre lang die sonst fälligen Abgaben zur Nutzung des Rathausplatzes. Begründung: hohe Investitionskosten der Veranstalter – die Rede ist von einer großen sechsstelligen Summe – der für Kiel maßgeschneiderten 50 Buden plus ihrer Beleuchtung.

Die Händler dort zahlen allerdings an Grandezza und Epa Standgebühren. „Und zwar ein Vielfaches von dem, was wir hier zahlen“, wie Behnck betont. Seine Sorge: „Das könnte bedeuten, dass die Stadt bei uns künftig an der Gebührenschraube weiter dreht. Und das würde für viele von uns das Aus bedeuten.“

Aufbau auf dem Rathausplatz

Vollgas geben derweil die Arbeiter auf dem Rathausplatz. Die fünf riesigen Schankhäuser für Glögg (schwedischer Punsch) oder Feuerzangen-Bowle im rustikalen Alpen-Look stehen schon. Die 50 kleineren maßgefertigten Hütten im nordischen Design werden in den kommenden Tagen folgen.

Damit ist aber noch lange nicht Schluss. Rund 450 Tannenbäume, die Hälfte davon mit Beleuchtung, müssen noch aufgestellt werden. Hinzu kommt die Befestigung von 1000 Metern Girlanden mit kleinen Lämpchen an den Hütten. Selbst die Wand des Opernhauses will Veranstalter Wolfgang Sabrowsky illuminieren. „Schließlich möchten wir es in unserem Dorf zwar gemütlich haben, aber keine düsteren Ecken.“

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Weihnachtliche Atmosphäre in Kiel: Hier lockt der Markt auf den Holstenplatz, um zu probieren, zu stöbern und durch die kleinen Gassen zwischen den Buden zu schlendern.

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