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Die „Intrepido“ tauchte erstmals ab

Kieler Werft Die „Intrepido“ tauchte erstmals ab

Die Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems hat derzeit so viele Export-Aufträge wie seit 30 Jahren nicht mehr. Die Folge: Gleich zwei U-Boote sind in diesen Tagen in der Ostsee zur Erprobung unterwegs. Das U-Boot „Rahav“ absolviert gerade die Inbetriebnahme nach der Übergabe an Israel.

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Am Montag verließ das kolumbianische U-Boot „Intrepido“ den Kieler Hafen und nahm mit dem Begleitschiff „HDW Herkules“ Kurs auf die Ostsee und das Skagerrak zur Taucherprobung.

Quelle: Frank Behling

Kiel.  Im Dezember soll die „Rahav“ unter dem Davidstern die Werft mit Ziel Israel verlassen. Bei der ThyssenKrupp Marine Systems weht aber auch die Flagge Kolumbiens.

 Das erste von zwei Booten, die die Werft derzeit für das südamerikanische Land umbaut, ist seit Montag auf Probefahrt in der Ostsee unterwegs. Das 2012 auf den Namen „Intrepido“ getaufte Boot wird im Auftrag der Marine Kolumbiens erprobt. Diese deutsch-kolumbianische Zusammenarbeit im Rüstungsbereich ist nicht neu: Die „Intrepido“ ist bereits das dritte U-Boot aus Kiel für Bogota. In Kürze folgt noch das U-Boot „Indomable“.

 Die „Intrepido“ hatte zuvor bereits ihre ersten Tests und die Erprobungen nach einer fast dreijährigen Umbauphase in der Eckernförder Bucht erfolgreich absolviert. Im August und September hatten die Boote schon kurze Test- und Trimmfahrten im Kieler Hafen unternommen.

 Das 48 Meter lange und 500 Tonnen verdrängende U-Boot ist im Gegensatz zur israelischen „Rahav“ kein Neubau. Die Marine Kolumbiens setzt auf kleinere U-Boote, die aus dem Bestand der deutschen Marine ausgemustert wurden. Sie sollen in den Küstengewässern und Flussmündungen der kolumbianischen Gewässer zur Suche nach U-Booten von Drogenschmugglern eingesetzt werden. Für diesen Zweck wurden zwei ausrangierte, aber sehr gut erhaltene deutsche U-Boote ausgewählt. Die beiden kolumbianischen Boote verfügen über je acht Torpedorohre, aus denen auch Kampfschwimmer abgesetzt werden können.

 Die „Intrepido“ wurde im Mai 1975 unter dem deutschen Namen „U 23“ in Dienst gestellt. Das Boot diente im 3. U-Bootgeschwader und war in Eckernförde stationiert. Daher waren die Probefahrten jetzt so etwas wie eine Rückkehr in die alten Heimatgewässer des Bootes. Die U-Boote dieses Typs wurden Anfang der 70er-Jahren von den Werften HDW in Kiel und Nordseewerke Emden für die Bundesmarine gebaut. Bis 2010 waren die kleinen und sehr wendigen Boote überwiegend in Nord- und Ostsee unterwegs. 1997 fuhren sie erstmals in die Karibik und an die US-Ostküste.

 2010 stellte die deutsche Marine die letzten sechs Boote des Typs außer Dienst und legte vier von ihnen im Kieler Marinearsenal auf. Neben Kolumbien hatte sich auch Thailand für die vier U-Boote interessiert. Den Zuschlag bekam 2012 aber die Regierung in Bogota. Das Land gehört seit fast 40 Jahren zu den Kunden bei deutschen Werften und der Bundeswehr. Vier Fregatten, etliche Versorgungsschiffe sowie Patrouillenboote wurden geliefert.

 Die beiden U-Boote „Intrepdio“ und „Indomable“ waren bei der Übernahme jedoch nicht für den dauerhaften und ganzjährigen Einsatz in der Karibik geeignet. Deshalb schloss die Marine Kolumbiens mit der Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems einen Auftrag zum Umbau für einen Einsatz in tropischen Gewässern. Offiziell macht der Konzern dazu auf Wunsch des Kunden keine genaueren Angaben. Die Arbeiten begannen 2013 bei TKMS.

Am Freitagmorgen wird das Duo zurückerwartet: Am Donnerstag startete das Boot vom dänischen Hafen Skagen die Rückfahrt.

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