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Flächenmangel ist der größte Engpass

Kieler Wirtschaftsförderung Flächenmangel ist der größte Engpass

Die Kieler Wirtschaftsförderung (Kiwi) steht vor neuen Herausforderungen. Wichtigster Punkt: die Flächenentwicklung. Denn die wird in Kiel immer schwieriger, angesichts wachsender Bevölkerungszahlen aber auch immer wichtiger, erklärt Kiwi-Geschäftsführer Werner Kässens in Hinblick auf die kommenden Jahre.

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Er sieht die Flächenentwicklung für Gewerbe als große Herausforderung: Werner Kässens, Geschäftsführer der Kiwi.

Quelle: Frank Peter

Kiel. „Es gibt in Kiel keine einfachen Flächen mehr“, so Kässens. Die Flächen, die in der Landeshauptstadt für Unternehmensansiedlungen zur Verfügung stehen, seien mit Altlasten kontaminiert und müssten daher erst langwierig entwickelt werden. Es sei nicht mehr möglich, sie direkt zu vermarkten. „Kiel hat da andere Herausforderungen zu stemmen als andere Städte“, erläutert Kässens.

 Dabei übersteige die Nachfrage von Unternehmen nach geeigneten Flächen in Kiel schon jetzt das Angebot. „Wir haben im vergangenen Jahr einen Hektar Fläche verkauft. Dann waren wir ausverkauft“, so Kässens. Fünf Hektar bräuchten sie pro Jahr, um die Nachfrage der Unternehmen zu decken. Deswegen setzt die Kiwi, die eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt ist, verstärkt auf die Entwicklung großer Flächen – wie das MFG-5-Gelände und die Industrieflächen in Friedrichsort. Auch im Umland schaut sich die Kiwi nach geeigneten Flächen um. Wie in Melsdorf müssen aber auch hier die Grundstücke erst erschlossen werden, bevor sich Unternehmen ansiedeln können. „Wir können die Flächen aber nicht alleine entwickeln. Dabei brauchen wir die Unterstützung vom Land“, sagt Kässens.

 Neben den Flächen gebe es aber auch andere Faktoren, die für Unternehmensansiedlungen sprechen. Hier stehe Kiel gut da. „Es ist ja längst nicht nur die Fläche, die ein relevanter Faktor für einen Standort ist. Das Umfeld ist inzwischen fast genauso wichtig. Eine Unternehmensansiedlung ist schließlich eine langfristige Entscheidung“, sagt Kässens. Ein attraktives Wohnumfeld, gute Schulen und Ausbildungsmöglichkeiten für die Kinder und Freizeitmöglichkeiten seien mittlerweile ebenso wichtig bei der Standortentscheidung.

 Durch Unternehmensansiedlungen hat die Kiwi im vergangenen Jahr insgesamt 130 Arbeitsplätze in Kiel neu geschaffen. Gleichzeitig unterstützt sie auch Unternehmensneugründungen, 20 waren das im vergangenen Jahr. Vor allem die Start-up-Branche gewinnt hier an Bedeutung. „Start-ups werden besonders für Kooperationen mit bereits bestehenden Unternehmen immer wichtiger“, so Kässens. Gerade in der Industrie würde vermehrt auf Start-ups geschaut, um mit ihnen in bestimmten Bereichen zusammenzuarbeiten und ihre kreativen Potenziale zu nutzen.

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Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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