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Kieler Woche ohne „Gorch Fock“

Überholung in Elsfleth Kieler Woche ohne „Gorch Fock“

Die "Gorch Fock" wird bei der Kieler Woche 2016 die Windjammerparade vermutlich nicht anführen können. Das Segelschulschiff der Marine muss in die Werft.

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Die „Gorch Fock“ am Montag auf der Weser: Das Segelschulschiff der Marine wird in den nächsten Monaten in Elsfleth und Bremerhaven überholt.

Quelle: Christian Eckardt/dpa

Kiel. Am Donnerstag müssen Niels Brandt und seine Crew die Seesäcke packen. Der Kommandant des Segelschulschiffes „Gorch Fock“ zieht mit seiner Stammbesatzung auf das Wohnschiff „Knurrhahn“ um. Nicht des Komforts wegen, sondern weil auf der 89 Meter langen Bark dann Werftarbeiter mit ihren Maschinen den Ton angeben und auch das letzte bisschen Wohnlichkeit nehmen. Bedauerlich: Reparaturen und Wartungsarbeiten werden sich so lange hinziehen, dass die Bark bis zur Kieler Woche definitiv nicht in ihren Heimathafen Kiel zurückkehren wird.

„Wir werden die ,Gorch Fock’ hier wieder fit machen. Auf dem Programm stehen eine Menge Arbeiten an der Takelage, am Rumpf und den Einrichtungen im Hygienebereich“, sagt Klaus Wiechmann. Der Eigner der Elsflether Werft ist stolz auf den Auftrag, den er jetzt an Land ziehen konnte. Die „Gorch Fock“ ist bei der kleinen Werft an der Hunte bereits Stammgast. Seit über zehn Jahren überholt Wiechmann mit seinem Team das Segelschulschiff. Zuletzt war die Bark 2012 für neun Millionen Euro saniert worden. 2013 gab es dann für vier Wochen eine Dockung in Bremerhaven. Nun stehe wieder eine größere, planmäßige Wartung auf dem Programm, so Wiechmann.

 Die gesamte Takelage wird überprüft und muss für Sicherheitstests demontiert werden. Alles stehende und laufende Gut „kommt runter“, wie es im Fachjargon heißt. Mitte Januar soll die „Gorch Fock“ dann nach Bremerhaven in ein Dock, wo bis April der Unterwasserbereich überprüft wird. Schwerpunkt der Arbeiten ist dort diesmal das Stevenrohr im Heck. Dabei handelt es sich um die Dichtung, durch die die Antriebswelle mit Propeller aus dem Rumpf austritt. Das 1958 bei Blohm + Voss in Hamburg gebaute Schiff bekommt außerdem neue Elektronik. Für die Besatzung wird ein Bordnetz installiert, mit dem die Soldaten der Stammbesatzung und die Kadetten in Zukunft bei ihren Auslandsreisen noch schneller ins Internet kommen können. Auf diesem Gebiet ist die Deutsche Marine im Vergleich mit anderen westlichen Nationen weit zurück. In der US-Marine gehört inzwischen sogar ein drahtloser Internetzugang in den Messen zum Standard. „Wir werden da jetzt nachrüsten“, sagt Wiechmann.

 Nachteil dieser Arbeiten: Es dauert. Die „Gorch Fock“ wird voraussichtlich erst im Juli wieder im Marinearsenal Wilhelmshaven zurück sein. Die Rückkehr in den Heimathafen Kiel steht für Ende Juli oder Anfang August auf dem Programm. „Die ,Gorch Fock’ wird nicht an der Kieler Woche und auch nicht an der Hanse Sail teilnehmen können“, bestätigte Marinesprecher Frank Martin auf Anfrage.

 Die Marine wird aber in Kiel auch ohne „Gorch Fock“ Flagge zeigen. Heute wird beispielsweise das zur Nachwuchswerbung eingesetzte Minenjagdboot „Herten“ erstmals an der Hörn im Stadthafen sein. Um 9 Uhr wird das 54 Meter lange Boot seinen Liegeplatz im Tirpitzhafen verlassen und anschließend durch die Hörnbrücke in die Hörn einlaufen. Um 13 Uhr findet bei der Halle 400 ein öffentlicher Standortgottesdienst statt. Im Anschluss gibt es Punsch und die Gelegenheit zur Besichtigung des Bootes.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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