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Warleberger Hof zeigt Marinemaler

Kieler Woche-Ausstellung Warleberger Hof zeigt Marinemaler

Frachtsegler, Kreuzfahrer, U-Boote und die "Gorch Fock I" - Das Stadtmuseum Warleberger Hof zeigt in seiner Kieler Woche-Ausstellung rund 150 Gemälde und Grafiken des Marinemalers Robert Schmidt-Hamburg. Sein Werk zeigt die unterschiedlichen Epochen der deutschen und Kieler Schifffahrtsgeschichte.

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Die Ausstellung im Warleberger Hof zeigt Bilder des Marinemalers Robert Schhmidt-Hamburg, hier betrachtet Kuratorin Katrin Seiler-Kroll ein Bild des Frachters Vossbrook.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. "Wir freuen uns sehr, dass wir in diesem Jahr eine Ausstellung haben, die nicht nur einen echten Bezug zur Kieler Woche hat, sondern sie sogar darstellt", sagte Museumsdirektorin Doris Tillmann. Zu sehen sind zahlreiche farbenprächtige Werke, die unter anderem Szenen aus der Kieler Woche in den 1930-er Jahren zeigen und ein Kieler Woche-Plakat aus dem Jahr 1934. Die Hälfte der ausgestellten Exponate sind Leihgaben der Familie des Malers, die bis heute in Laboe lebt.

Viele Bilder zeigen Kieler Förde

Von Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die 1960er Jahre hinein hat der Marinemaler Robert Schmidt-Hamburg die deutsche Seefahrtsgeschichte mit Zeichenstift und Pinsel dokumentiert. Neben Gemälden mit imposanten Schiffsporträts schuf er auch Speisekarten für Kreuzfahrtschiffe, Postkarten und maritime Werbebilder für Sammelalben. Viele seiner Bilder zeigen die Kieler Förde und den Kieler Hafen. Sein Werk ist "ein farbenprächtiges Kaleidoskop der sich wandelnden Schiffstypen", so Tillmann: vom Großsegler über Ozeandampfer und Fischerboote zu großen und kleinen gepanzerten Schiffen und U-Booten der Marine.

Robert Schmidt-Hamburg

Geboren ist Robert Schmidt 1885 in Berlin als Sohn eines Korbmachers. Er heuerte als 16-Jähriger im Hamburger Hafen als Matrose an und fuhr fünf Jahre zur See. Während des Ersten Weltkriegs verrichtete er zunächst auf der "SMS Lothringen" Dienst, wurde aber bald freigestellt, um in seinem Kieler Atelier Seekriegsberichte für verschiedene Zeitungen zu illustrieren. Nach dem Krieg zog der Maler, der sich mittlerweile Robert Schmidt-Hamburg nannte, nach Laboe, wo er die Seefahrt auf der Außenförde direkt im Blick hatte. Bereits 1929 trat er der NSDAP bei und wurde 1932 wieder ausgeschlossen. "Es war politisch sehr rechts", sagte Tillmann. "Es gab wohl persönliche Gründe, warum er ausgeschlossen wurde." Er habe einen sehr eigenen Kopf gehabt. Doch von allem Politischen abgesehen, habe die Förderung der Seefahrt für ihn stets Priorität gehabt.

Info: Die Ausstellung "Der Marinemaler Robert Schmidt-Hamburg. Ein Chronist der deutschen Seefahrtsgeschichte" ist ab Freitag, 16. Juni, bis zum 29. Oktober im Stadt- und Schifffahrtsmuseum Warleberger Hof, Dänsiche Straße 19, zu sehen. Öffnungszeiten sind dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr. Während der Kieler Woche ist der Eintritt frei. Dienstag, 20. Juni, bis Sonnabend, 24. Juni, bietet das Museum täglich um 12.15 Uhr eine 15-minütige Mittagsführung durch die Ausstellung an. Am Sonntag, 25. Juni, können Kinder von 15 bis 16.30 Uhr nach einer Kurzführung durch die Ausstellung ihre "Traumschiffe" malen.

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Ein Artikel von
Alev Doğan
Volontärin

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