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Was macht das Plakat am Haus?

Kieler Woche 2015 Was macht das Plakat am Haus?

Diese Kacheln kamen Thomas Hauns irgendwie ziemlich bekannt vor. Nur zierten deren Blautöne auf dem von ihm im Internet entdeckten Bild nicht das diesjährige Kieler-Woche-Plakat, sondern eine Frankfurter Hausfassade.

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Diese Kacheln kamen Thomas Hauns irgendwie ziemlich bekannt vor. Nur zierten deren Blautöne auf dem von ihm im Internet entdeckten Bild nicht das diesjährige Kieler-Woche-Plakat, sondern eine Frankfurter Hausfassade.

Quelle: Thomas Hauns

Kiel. Plagiat? Zufall? Thomas Hauns bat die Redaktion um Hilfestellung bei der Aufklärung. Ergebnis: Die vor etwa drei Jahren gestaltete Hausfassade war zwar zuerst da. Der Urheber des Kieler-Woche-Plakats weist den Plagiatsvorwurf indes weit von sich.

Grafikdesigner Stefan Guzy kennt das schon mit den mehr oder minder ernst gemeinten Hinweisen in sozialen Netzwerken auf vermeintliche Ähnlichkeiten seines Kieler-Woche-Siegerentwurfs mit Bettwäsche- oder Badetuch-Designs. Was dabei übersehen werde: „Es geht uns doch gar nicht nur um den einen Entwurf, der auf dem Plakat zu sehen ist. Das Konzept der Darstellung der Kieler Woche in Blautönen beinhaltet ja noch viele weitere Varianten auf unseren Entwürfen.“ Die genaue Rechtslage im Falle eines Plagiatsvorwurfs könne er zwar nicht beurteilen: „Vermutlich findet man dafür aber gar keinen juristischen Ansatzpunkt. Dafür ist das Konzept des Spiels mit der Farbe Blau wohl zu banal.“

Auch das Kieler-Woche-Büro wurde in der vergangenen Woche von aufmerksamen Internet-Beobachtern bereits auf die verblüffende Ähnlichkeit von Fassaden- und Plakatdesign hingewiesen. „Wir werden das jetzt prüfen und mit den Designern besprechen“, erklärte Kieler-Woche-Chef Christian Riediger auf Nachfrage. Bislang könne man sich nur auf die Versicherung berufen, dass die Kieler-Woche-Entwürfe des im Plakatwettbewerb als Sieger hervorgegangenen Designbüros „Zwölf“ auch wirklich dessen geistiges Eigentum ist: „Sollte dies nicht so sein, wäre das außerordentlich bedauerlich.“

Der Gestalter der Frankfurter Hausfassade im Kieler-Woche-Design nimmt die Irritation in Blau mit Humor. Als der Architekt Rainer Hahnenfeld nach einem entsprechenden Hinweis der Redaktion die künstlerische Übereinstimmung beider Entwürfe nach einem Blick ins Internet entdeckt, muss er erst einmal herzhaft lachen. „Ist ja ein Ding. Jetzt wäre eine kleine Anerkennung der Stadt an mich fällig: eine Kiste Kieler Sprotten vielleicht, eine dreistündige Stadtrundfahrt oder ein Segeltörn.“

Wirklich ernst nimmt der Architekt mit eigenem Büro in Frankfurt die Ähnlichkeit nicht. Denn die blauen Glaskacheln seines Entwurfs basierten ja auf den Logo-Farben seines Auftraggebers, der Deutschen Familienversicherung. Aber vielleicht, fügt Hahnenfeld noch scherzhaft hinzu, sollte die Stadt dann doch statt mit blauen Kacheln mit grünen oder roten werben. „Würde doch auch sehr gut zum politischen Farbenspiel im Kieler Landeshaus passen.“ küp

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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Häuser im Kieler-Woche-Design
Foto: Beispiel eins: Dieses Frankfurter Bürohaus weist starke Ähnlichkeiten mit dem Kieler-Woche-Design auf.

Jetzt kachelt’s überall: Erst war es eine Frankfurter Hausfassade, die mit blauen Kacheln im aktuellen Kieler-Woche-Design die Aufmerksamkeit eines Lesers erregte und damit eine Plagiatsfrage aufwarf (KN-online berichtete). Jetzt erreichten die Redaktion noch weitere Irritationen in Blau.

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