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Hoteliers erhöhen wieder die Preise

Kieler Woche Hoteliers erhöhen wieder die Preise

Zur Kieler Woche steigen wieder die Preise für Übernachtungen. Die Hoteliers mitten in der Stadt sollen zur Windjammerparade nach einer Umfrage des Internetportals Check24 im Schnitt 180 Prozent mehr nehmen als normal. 

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Das Steigenberger Conti Hansa nimmt fast 100 Prozent Preisaufschlag zur Kieler Woche.

Quelle: Volker Rebehn (Archiv)

Kiel.  Viele Betriebe bestätigen einen Preisaufschlag, aber nicht in dem Maß – und sind bereits jetzt ausgebucht. Für den Hotel- und Gaststättenverband ist das grundsätzlich ein „legitimes Mittel“. Kiel-Marketing sieht die Saisonanpassungen im „üblichen Rahmen“.

„Das sind die einzigen Tage, an denen ich etwas verkaufen kann“, sagte Evelyn Wirth, Geschäftsführerin des Steigenberger Conti Hansa. Sie gestaltet die Preise während der Kieler Woche je nach Auslastung. „Da können Einzel- und Doppelzimmer schon mal über 200 Euro die Nacht liegen, statt sonst über 100 Euro“, sagte sie. Im Vergleich mit anderen Städten sei das noch vergleichsweise niedrig. „Wir können uns doch freuen, dass die Kieler Woche so eine Anziehungskraft hat und die Betten nachgefragt werden“, erklärte Wirth, die von Mai bis September die buchungsstärkste Zeit registriert.

Das Sporthotel Avantage in Wellsee schlägt etwa 30 Euro drauf. „Somit kostet ein Doppelzimmer statt 140 zwischen 160 und 180 Euro. Das hängt davon ab, über welches Internetportal gebucht wird“, sagte eine Mitarbeiterin. Es sei normal, dass es zur Kieler Woche teurer werde – ähnliche wie an Messestandorten, die viele Menschen besuchen. „Unsere Preise orientieren sich an der Nachfrage“, sagte eine Angestellte vom Maritim Hotel Bellevue. Einen Kieler Woche-Tarif wie noch vor Jahren gebe es in dem Haus nicht mehr. „Aber selbstverständlich ist Ende Juni die Summe für ein Doppelzimmer dann höher als beispielsweise im Januar“, so die Mitarbeiterin.

"So gut wie ausgebucht"

Das Ringhotel Birke hat am ersten Wochenende noch Kapazitäten. „Unter der Woche und zum Ende sind wir schon so gut wie ausgebucht“, sagte Geschäftsführer Florian Buchebner. Auch er guckt nach Auslastung und Mitbewerbern: „Wir erhöhen um 50 Prozent. So nehmen wir für ein Doppelzimmer statt regulär 157 dann 218 Euro“, sagte Buchebner. Der Flämische Hof direkt in der Innenstadt ist schon komplett ausgebucht: „Wir nehmen während der zehn Tage 155 Euro für das Doppelzimmer statt 99 Euro Normalpreis“, sagte ein Mitarbeiterin.

„Alle erhöhen, das ist das Spiel der Märkte“, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführer Stefan Scholtis. Er gehe davon aus, dass die Hoteliers so sensibel seien und sich das Geschäft nicht mit zu hohen Tarifen selbst kaputt machten. „Die Kieler Woche ist ja auch ein Volksfest. Die Leute können kommen und buchen, müssen es aber nicht“, sagte Scholtis. Viele Betriebe versuchten in den zehn Tagen, den Umsatz höher zu fahren, um schlechte Zeiten ein kleines bisschen auszugleichen. Andere größere Veranstaltungen und Messen gebe es in Kiel ja kaum.

„Dass die Hotelpreise zu besonderen Anlässen anziehen, ist weltweit üblich und gehört nicht nur zu den geschäftlichen Gepflogenheiten des Übernachtungsgewerbes“, sagte Uwe Wanger, Geschäftsführer von Kiel-Marketing. In Kiel lägen diese Saisonanpassungen im üblichen Rahmen und bildeten nicht die Spitze in Deutschland. Der Gast rechne in der Regel damit und versuche über eine frühzeitige Buchung einen guten Preis zu erzielen. Aus Kundensicht seien neben dem Preis Service und Qualität sehr wichtig, sowie die Lage des Angebotes: „Wenn das stimmt, ist man bereit, einen etwas höheren Saisonpreis zu zahlen“, so Wanger.

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Wenn ein Internetportal über Hotelpreis-Zuschläge von bis zu 180 Prozent berichtet, dann riecht das nach Wucher. Ist es aber nicht. Was sich auf dem Übernachtungssegment alljährlich zur Kieler Woche abspielt, entspricht schlichtweg dem Gesetz des Marktes.

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