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Kieler Woche schärft den Fokus

Mehr Interesse für weltgrößtes Segelereignis Kieler Woche schärft den Fokus

Die Olympischen Spiele werfen Licht und Schatten auf die Kieler Woche in ihrem 133. Jahr (20. bis 28. Juni). Während das vorolympische Jahr in einigen Klassen für Zurückhaltung in den Meldezahlen sorgt, weckt die Kieler Bewerbung für die olympischen Segelwettbewerbe 2024 reges Interesse für das weltgrößte Segelereignis.

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Carolina Werner und Paul Kohlhoff hängen sich im Nacra17-Katamaran bei der Kieler Woche rein, um sich auf die WM vorzubereiten.

Quelle: sp

Kiel. Und mit 1287 Meldungen in den olympischen, internationalen und Jacht-Klassen sowie rund 3500 Athleten konnte Jobst Richter, der stellvertretende Organisationsleiter, bei der gestrigen Pressekonferenz im Kieler YC insgesamt immerhin stabile Zahlen vermelden.

Für Carsten Krage, der die Kieler Woche erstmals als Vorsitzender des Hauptausrichters KYC erlebt, werden die neun Regattatage mit vielen Terminen gefüllt sein: „Die Entscheidung für Kiel bei der Olympiabewerbung bringt uns viel Aufmerksamkeit und hohe politische und sportpolitische Prominenz“, sagte Krage. Er freute sich, dass Kiel so die Möglichkeit bekommt, sich mit dem Event auch den Sponsoren im besten Licht zu präsentieren.

Obwohl die Organisatoren auf eine seit Jahren bewährte Struktur zurückblicken, wird sich das Regattaprogramm doch auf neue Anforderungen einstellen. „Der Segelsport ist im Wandel. Traditionelle Klassen werden schwächer, junge, moderne Klassen sind im Kommen“, sagte Jobst Richter. Während schwache Meldezahlen in einigen Olympiaklassen nicht zu Absagen führten (Richter: „Die sollen auf jeden Fall hier segeln“), wurden A-Cats und Platu25 mangels Masse aus dem Programm genommen. Hobie16 und H-Boote bekamen die Gelbe Karte. Sie werden in Zukunft bessere Zahlen vorweisen müssen, um Teil des Kieler-Woche-Kanons zu bleiben.

Erstaunlich ist das völlige Fehlen einer Meldung in der paralympischen Sonar-Klasse. Obwohl die Behinderten-Sportler den Rauswurf aus dem Paralympic-Programm für 2020 beklagen und auf eine spätere Wiederaufnahme hoffen, lassen sie die Chance, sich auf der Kieler-Woche-Bühne zu präsentieren, ungenutzt verstreichen und werden wohl nicht mehr nach Kiel eingeladen werden.

In 2016 wird es dazu eine weitere Neuerung geben. Die Segler der olympischen Klassen rücken wieder in den zweiten Teil, um so den Spannungsbogen bis zu den Medal Races am Sonntag zu erhöhen. Dazu wird die strikte Trennung zu den Seglern der internationalen Klassen aufgehoben. Die 420er, die in diesem Jahr mit fast 160 Meldungen das größte Feld der insgesamt 30 Einheitsklassen bilden, werden zu den Olympia-Klassen sortiert. „Wir wollen damit für ein größeres Gleichgewicht in beiden Kieler-Woche-Teilen sorgen“, so Richter.

Trotz kleinerer Felder als zuletzt werden die Olympia-Klassen einmal mehr das Augenmerk auf sich ziehen. Bei den 49er ist dabei mit dem dänischen Olympiasieger von 2008, Jonas Warrer, auch große Qualität am Start. Warrer wird sich mit den Kieler Trainingspartnern und Europameistern Erik Heil/Thomas Plößel messen. „Die 49er segeln gern in Kiel, auch wenn die anschließende EM in Porto ungünstig liegt“, sagte Heil, der seinen Vorjahrestitel verteidigen möchte. Damit würde das Team Heil/Plößel auch in den Genuss der erstmals lockenden Siegprämie von 3000 Euro kommen. Für die Plätze zwei und drei in den Olympiaklassen gibt es auch noch 2000 und 1000 Euro. „Ob das noch einige Segler nach Kiel gelockt hat, weiß ich nicht. Die Topleute hatten ihre Saisonplanung schon gemacht“, sagte Heil.

Auch die junge Nacra17-Crew Paul Kohlhoff/Carolina Werner reflektiert weniger auf das Preisgeld als auf eine Stabilisierung der Leistung. „Unser Topziel ist die WM in Aarhus im Juli. Zur Vorbereitung ist die Kieler Woche sehr gut, da das Revier ähnlich ist“, sagte Carolina Werner, und ihr Steuermann ergänzte: „Auf dem Weg nach Rio gilt es, bei der WM das Nationenticket zu sichern. Das ist jetzt die größte Aufgabe.“

Insgesamt ist der Deutsche Segler-Verband mit vielen Top-Athleten vertreten. Allerdings fehlt Laser-Ass Philipp Buhl, dessen Flug zur WM in Kanada am Tag der Kieler Medal Races geht. Und die besten deutschen 470er-Segler meiden in der EM-Vorbereitung Kiel, obwohl sie hier die Chance hätten, sich mit Weltmeistern wie den Kroaten Sime Fantela/Igor Marenic oder den Österreicherinnen Lara Vadlau/Jolanta Ogar zu messen.

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Ein Artikel von
Ralf Abratis
Sportredaktion

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