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Feste Freundschaft auf dem Wasser

Kieler Yachtschule Feste Freundschaft auf dem Wasser

Seit Sonntag beherbergt die Kieler Yachtschule zehn Jugendliche aus der russischen Partnerstadt Kaliningrad. Das Programm für die deutsch-russische Jugendbegegnung stellten die Schüler des Yachtclubs selbst zusammen.

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Sie verständigten sich mit Händen und Füßen: Trotz Sprachbarrieren hatten die Schüler aus Kaliningrad und Kiel Spaß auf dem Wasser.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. „Uns war der Segelaspekt besonders wichtig, deswegen geht es heute auch wieder aufs Wasser“, erklärt Rebecca Zurek (17). Mit den zwei „Elan 31 Booten“ ging es mittags in das Clubhaus nach Strande. Auch andere maritime Pflichtpunkte standen an, schließlich wolle man den Besuchern den Kulturraum Ostsee nahe bringen, wie Linn Niziak (17) erklärt. So fuhr die Gruppe zum Grillen und Baden an den Falckensteiner Strand oder besichtigte die Schleuse in Holtenau. Dass keiner der Jugendlichen fließend Deutsch oder Russisch spricht, ist zweitrangig. „Die vorhandenen Sprachschwierigkeiten werden mit Humor genommen“, erklärt Zurek. Wer mit gebrochenem Englisch nicht weiterkomme, verständige sich einfach mit Händen und Füßen.

Die Idee zu dem Austausch entstand während einer Tour mit der Jacht „Arndt“ nach Kaliningrad und reifte in Zusammenarbeit beider Jugendclubs. Durch Förderungen der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch sowie der Landeshauptstadt Kiel und des Yacht-Clubs blieben die Teilnahmekosten gering. Außerdem wurden die Jugendlichen vom Schulunterricht befreit. Die 15-jährige Maria Besedina ist zum zweiten Mal in Deutschland. Besonders das Kieler Woche Feuerwerk, dass sich die Gruppe von den Booten aus anschaute, habe ihr gut gefallen. Auch wenn die Unterschiede zur russischen Heimat groß seien, genieße sie die Zeit hier.

 „Russland ist mir eigentlich total fremd. Im Radio hört man nur von der Politik“, sagt Zurek. Am Anfang sei der Umgang eher verhalten gewesen, inzwischen breche das Eis. „Es geht bei uns ums Segeln und nicht um Politik“, findet Jonas Freise (20). „Alles was mit Politik zu tun hat, ist schwierig“, stellt Dimitrii Zaritekii fest, „für mich sind wir alle Segler. Weder Krieg noch Politik zählen hier, sondern nur das Segeln“. Der Segelschulleiter aus Kaliningrad besucht Deutschland regelmäßig und nahm auch schon an der Kieler Woche teil. Doch eine derart freundliche und friedliche Atmosphäre wie bei diesem Austausch habe er bisher nicht erlebt. Er hoffe auf weitere gemeinsame Projekte und Regatten. „Bei diesem Austausch geht es um Freundschaft und Vertrauen und nicht um politische Wege“, erklärt Geschäftsführer Jörg Besch. Die Jugendlichen hoffen, dass ihr Projekt beispielgebend für zukünftige Zusammentreffen wird. Besch freue das Engagement. „Doch ob ich zufrieden bin, zählt nicht. Die Jugendlichen müssen mit ihrer Arbeit zufrieden sein“, ergänzt er.

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