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Eine Stadt auf Rekordkurs

Kieler Zahlen Eine Stadt auf Rekordkurs

Kiel gehört zu den Gewinnern der Bevölkerungsentwicklung: Mit 242.340 Einwohnern hat die Stadt einen neuen Höchststand erreicht. Das geht aus dem Bericht „Kieler Zahlen 2014“ hervor, der ab Donnerstag im Internet einzusehen ist.

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Volle Plätze: Nicht nur die Kieler Woche zieht Touristen an die Förde.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Von wegen nüchterne Statistiken: Sie sagen viel über die Entwicklung einer Stadt aus. Wer mehr über Trends, Rekorde und Besonderheiten in Kiel wissen will, dem liefern die von der Stadt erhobenen Kieler Zahlen von Arbeitsmarkt über Gesundheit bis hin zur Kriminalität eine gute Grundlage dafür. Bei der Bevölkerungsentwicklung zählt Kiel bereits seit 2001 zu den Gewinnern: Mit derzeit 242340 Einwohnern verzeichnet die Stadt jetzt sogar den höchsten Stand seit 20 Jahren.

 Warum Kiel wächst, hat mehrere Gründe. Zum einen gibt es einen Babyboom (2405 Geburten, die höchste Zahl seit 1996). Zum anderen aber steigen die Studierendenzahlen auf einen Rekordwert von mehr als 32000, was unter anderem dazu führt, dass Kiel mit einem Durchschnittsalter von 41,5 als recht junge Landeshauptstadt gilt. Zu alledem kommt der steigende Zuzug hauptsächlich aus Schleswig-Holstein, aber auch dem Ausland. Und noch eine Rekordzahl untermauert, dass Kiel immer mehr Menschen anlockt: Im vergangenen Jahr wurden 616 Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt, so viele wie seit 1998 nicht mehr.

Kiel - Zahlen und Fakten 2014 | Create infographics

 Ein weiterer Spitzenwert ist dem seit dem 1. August 2013 geltenden Rechtsanspruch auf Kita-Plätze geschuldet: Die Kieler Kindertageseinrichtungen bieten derzeit mehr als 10100 Plätze an. Die Tourismus-Statistik zeigt Kiel ebenfalls im Aufwind: 328786 Gäste kamen 2014 an die Förde, 652 875 Übernachtungen belegen ebenfalls einen neuen Rekord.

 Erfreulich aus Sicht der Stadt ist auch, dass die Arbeitslosenquote nach einem Rückgang mit 10,1 Prozent zumindest stabil geblieben ist. Mit 115000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen registriert Kiel einen neuen Spitzenwert seit 1987, allerdings betrifft die Steigerung hauptsächlich Teilzeitstellen.

 Einen rekordverdächtigen Rückgang verzeichnete die Polizei bei den gemeldeten Straftaten bereits 2013: Aber auch 2014 lag die Zahl mit 24380 auf einem sehr niedrigen Niveau. Bei Feuerwehr und Rettungsdiensten zeigt die Einsatzkurve seit Jahren dagegen steil nach oben. Sie mussten etwa 58 000 mal ausrücken. Zum Vergleich: 1996 waren es 32861mal. Über die Gründe kann nur spekuliert werden. Eine Ursache liegt vermutlich in der zunehmend alternden Bevölkerung. Die Zahl der über 65-Jährigen wächst in Kiel seit Jahren kontinuierlich an, was sich auch in der Grundsicherung niederschlägt: Etwa 2500 Ältere brauchen staatliche Hilfen, deutlich mehr als früher. Hier sieht der städtische Statistiker Eyk-Röttger Naeve auch die „soziale Problemlage der Zukunft“.

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 Was die aktuellen Daten auch belegen, ist der Trend zum Single-Dasein: Ob Tod des Partners im Alter oder Ungebundensein im Studentenleben – die Hälfte aller Kieler und Kielerinnen lebt zumindest nach der reinen Statistik allein, eine Rekordquote. Dazu passt, dass offenbar immer weniger geheiratet wird: Das Standesamt schloss 1028 Ehen und 36 Lebenspartnerschaften.

 Eine kontinuierliche Statistik sei für eine Großstadt wie Kiel unerlässlich, erklären die städtischen Statistiker, denn erst durch Trends seien Prognosen und Planungen möglich. So muss sie wohl auch darauf reagieren, dass es immer wärmer wird: Im Jahresmittel verzeichnete die Stadt die bisher höchsten Werte mit 14,2 und 7,7. Leider ist Kiel auch beim Schuldenstand auf Rekordkurs: Mittlerweile ist jeder Kieler, jede Kielerin mit 2449 Euro verschuldet, 2013 waren es 2135.

 Die Kieler Zahlen, die aus Kostengründen und der Aktualität wegen nur noch in digitaler Form erscheinen, offenbaren auch so manche Kieler Besonderheit. Seit 1995 wetteifern Marie und Sophie abwechselnd um die ersten Plätze der beliebtesten Mädchenvornamen. Mehr Vielfalt gibt es bei der Namenswahl für die Jungs: Nachdem seit 2009 Alexander und Maximilian das Rennen machten, sind es jetzt Alexander, Elias und Paul.

Kieler Zahlen:

www.kiel.de/statistik

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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