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Der Traum vom neuen Russland

Kielerin in Brüssel Der Traum vom neuen Russland

Um die Welt zu verändern, sind oft kleine Schritte nötig. Die Kielerin Gabriele Zimnak (66) verbrachte gerade zwei Tage im Europa-Parlament in Brüssel, um gemeinsam mit 100 weiteren Teilnehmern über Wege zu einem besseren, demokratischen und friedliebenden Russland zu diskutieren.

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Die Kielerin Gabriele Zimnak traf in Brüssel auch den russischen Kreml-Gegner Michail Chodorkowski. Auf dem Boris-Nemzov-Forum sprachen beide mit rund 100 weiteren Teilnehmern über Wege zu einem besseren, demokratischeren Russland.

Quelle: privat

Kiel. „Ich glaube ganz fest daran, dass es irgendwann in Russland zu einem Machtwechsel kommen wird und die Menschenrechte dann wieder geachtet werden. Ich hoffe, ich erlebe das noch“, sagt Gabriele Zimnak. Sie hat Englisch und Russisch auf Lehramt studiert und war an der Realisierung von EU-Projekten in Russland beteiligt. Vollkommen erfüllt berichtet sie von ihren Erlebnissen in Brüssel.

Russland habe eine Chance

Gabriele Zimnak traf beim sogenannten Boris-Nemzov-Forum unter anderem auf den Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz. Der EU-Experte erinnerte in seiner Rede vor den Teilnehmern an Boris Nemzov. Der Politiker und Putin-Widersacher wurde am 27. Februar 2015 in Moskaus Innenstadt erschossen. „Seine Tochter Shanna Nemzova versucht das Werk ihres Vaters nun fortzusetzen. Sie hat die ,Boris Nemzov Foundation for Freedom’ gegründet“, sagt Gabriele Zimnak. „Auf diese Weise will sie sein Leben verlängern.“ Auf dem Forum traf die Kielerin auch auf den Kreml-Gegner Michail Chodorkowski, der in seiner Rede betonte, dass sich die russische Bevölkerung sehnlichst eine gleichberechtigte und friedliche Beziehung zu den Völkern wünscht. Sie habe die Feindseligkeit, die Isolierung und Kriegshysterie satt. „Vor zwei Jahren rief Chodorkowski die Plattform Open Russia ins Leben“, erzählt Gabriele Zimnak. „Er agiert nach seiner Verhaftung und späteren unfreiwilligen Emigration von London aus.“

Chodorkowski sei sich sicher, dass Russland die Chance habe, wieder ein europäisches Land mit einer Zivilgesellschaft und guten nachbarschaftlichen Beziehungen zu werden. „Ich war sehr beeindruckt von den Forums-Teilnehmern“, erzählt Gabriele Zimnak. Neben den 60 Vertretern der russischen Opposition seien auch junge Politiker, Wissenschaftler, Kulturschaffende, Journalisten aus anderen europäischen Ländern wie Litauen, der Ukraine, Polen, Großbritannien, Belgien und Deutschland dabei gewesen. „Es war eindrucksvoll zu sehen, wie mutig, engagiert und zielstrebig die jungen Oppositionellen Russlands sind und wie viel Führungsqualitäten und Erfahrung diese Menschen bereits haben“, sagt sie.

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Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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